London - In Großbritannien könnte es in naher Zukunft zu einem Robben-Massaker kommen, wie schon lange keines mehr da war. Britische Fischer wollen rund 50.000 Seehunde schießen. Das britische Fischereiministerium schloss eine Jagderlaubnis für Seehunde nicht aus. Man müsse aber erst einmal die Fakten prüfen, sagte ein Sprecher. Die Robben fräßen ihnen zu viele Fische weg, sagte David Shiel, Vorsitzender des englisch-schottischen Fischerverbands. Es gebe derzeit etwa 100.000 Seehunde in britischen Gewässern. Die Hälfte davon müsse getötet werden. "Die Seehunde halten sich nicht an eine Fangquote", klagte Shiel. "Die bedienen sich einfach, und niemand tut etwas dagegen. Sie sind eine Plage." Naturschützer lehnten die Forderung als völlig unsinnig ab. Die Fischer selbst hätten die Meere leer gefischt und suchten nur einen Sündenbock, teilten "Friends of the Earth" und der britische Tierschutzverein mit. Der Wissenschafter John Watkins, der die britischen Seehundbestände mit überwacht, wandte sich ebenfalls gegen eine Dezimierung. "Die größte Bedrohung für Fische sind andere Fische, danach Seevögel, danach der Mensch, und dann kommen ziemlich weit unten Seehunde und Wale." In den sechziger und siebziger Jahren hatten Seehundjagden vor der britischen Küste starken Protest ausgelöst. (APA/red)