Würzburg - Frank-Michael Müller und Kollegen von der Universität Würzburg testen die Verträglichkeit neuer Antibiotika, die auf der Basis von Peptiden schwierige Pilzinfektionen heilen können sollen. "Die Peptide töten die Pilze schnell ab, und das Risiko für eine Resistenzbildung ist gering", so Müller. Damit wäre die neue Art der Antibiotika ein wichtiges Pfand im Wettlauf gegen das Phänomen, dass immer mehr Mikroorganismen gegen diese wichtigen Heilmittel resistent sind. Bei der Wirkung von Peptid-Antibiotika unterscheiden die Mediziner generell zwei Gruppen. Die bisher bekannten besitzen ein großes Breitbandspektrum gegen Mikroorganismen und töten diese, in dem sie die Zellmembranen durchlöchern, was zu einer Zellauflösung der Krankheitserreger führt. Allerdings sind diese Peptide toxisch, haben eine geringe Stabilität und deren Herstellung ist mit immensen Kosten verbunden. Bei der zweiten Peptid-Gruppe wird der Aufbau der Zellwand und die Biosynthese der Pilze gestört. Japanische und amerikanische Wissenschaftler entwickelten ein neues Antibiotikum dieser Gruppe, so genannte Echinocandine. Dieses ist laut Müller gut für den menschlichen Organismus verträglich und wirkt gegen schwer therapierbare Infektionen wie Candida-Hefepilze oder Schimmelpilze der Gattung Aspergillus. Sollten die Verträglichkeitsversuche, die derzeit an der an Medizinischen Poliklinik und der Chirurgischen Klinik der Universität Würzburg sowie an der Missionsärztlichen Klinik GmbH laufen, erfolgreich sein, so besteht berechtigte Hoffnung auf eine zuverlässige Heilung von Pilzinfektionen. (pte)