Das Wiener Karajan Centrum (www.karajan.org) hat aus Anlass seines fünfjährigen Bestehens, das am 8. Dezember mit einem 24-stündigen "fest unter sternen" (von 10.00 bis 22.00 Uhr) gefeiert wird, seine Förderaktivitäten junger Künstler um einen Preis für Medienkunst erweitert. Die Auszeichnung, die ab dem kommenden Jahr alle zwei Jahre vergeben werden soll, trägt den Titel star_project the media art award, ist mit 250.000 Schilling (18.168 Euro) dotiert und wurde am Montag in Wien von der Centrumsdirektorin Ingrid Haimböck vorgestellt. Der Preis soll an Herbert von Karajans Verbindung von kreativem Potenzial und technischer Perfektion anknüpfen und ist zur Förderung junger Künstler gedacht, die in ihren Arbeiten - die mögliche Bandbreite reicht von Film und Video bis zu Installation und Performance - eine Verbindung von Musik/Klang und Technik/Optik eingehen. Für die Vergabe des star_project 01 the media art award (das 01 im Titel bezieht sich auf das Jahr der Vergabe, jeder weitere Preis wird also eine neue Nummer haben) am 12. Juni 2001 hat das Karajan Centrum einen Wettbewerb ausgelobt, zu dem sechs Künstler bzw. Künstlerteams aus österreichischen Universitäten (Universität für angewandte Kunst Wien und TU Graz) eingeladen wurden, ab sofort Arbeiten für das Karajan Centrum zum Thema "senso_and visionary_links" zu konzipieren. Ausgewählt wurden die Teilnehmer - die bis zur Fertigstellung ihrer Arbeiten u.a. mit Materialgeld unterstützt werden - österreichweit aus rund 20 Studierenden, die in einer Vorrunde auf Empfehlung der Kunsthochschulen ermittelt wurden. Die Arbeiten der sechs Künstler werden im Rahmen einer Ausstellung ab 13. Juni 2001 im Karajan Centrum zu sehen sein - parallel zur Schau im Karajan Centrum sollen aber auch jene Künstler in einer Ausstellung präsentiert werden, die es nur bis in die Vorauswahl geschafft haben. Eine siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz von Ingrid Haimböck wird dann den Preisträger ermitteln, der neben der Viertelmillion und einer Trophäe auch noch einen Stern geschenkt bekommt, der dann von Preisträger zu Preiträger weiter gereicht werden soll. Der Jury gehören die Komponisten Friedrich Cerha und Karlheinz Essl, die Kunstkritikerin Brigitte Huck, der Medienkünstler Matthias Fuchs, ein Medientheoretiker und eventuell Pipilotti Rist (angefragt) an. Bewertet werden Ästhetik, Originalität, Innovation, Ausdruck, Auffassung/Konzept, Technik und Qualität der Präsentation. Für die konzeptionelle Betreuung des Projektes zeichnen neben der Musikwissenschafterin Sigrit Fleiß (am Karajan Centrum für das Archiv verantwortlich) auch die Künstler Arye Wachsmuth (Assistent von Brigitte Kowanz an der Universität für angewandte Kunst) und Götz Bury (Vizepräsident der IG Bildende Kunst) verantwortlich. "Es ging darum, mehr als einen Preis zu kreieren", so Wachsmuth, der den Projektcharakter der Initiative und die vielfältigen Aktivitäten und Betreuung der Künstler betont. Der star_project award solle auch als Plattform für neue Ideen dienen und den Diskurs über Kunst und Medien bereichern. (APA)