Bregenz - Der Vorarlberger Landesvolksanwalt Felix Dünser hat als Nachfolger von Nikolaus Schwärzler seit drei Jahren viel zu tun. Seine Aufgabe sei nicht nur, Kritik an Missständen oder Behörden-Fehlentscheidungen zu üben, sondern vor allem auch für eine gute Gesprächsbasis mit Landesverwaltung oder BürgermeisterInnen zu sorgen. Der Landesvolksanwalt habe eine wichtige Rolle als vermittelnder Mediator, betonte Dünser am Mittwoch vor JournalistInnen in Bregenz. Die Bandbreite der Arbeit des Volksanwaltes reicht von Auskünften über Baugesetz und Raumordnung bis zur Pragmatisierungspraxis in der öffentlichen Verwaltung des Landes. Ungleichbehandlungen In Vorarlberg erfolgen ab dem kommenden Jahr keine Pragmatisierungen mehr, dennoch glaubt Dünser aus der Praxis der vergangenen Jahre eine Ungleichbehandlungen von Frauen und Männern im Landesdienst ableiten zu können. Laut den vom Amt der Landesregierung zur Verfügung gestellten Daten habe es signifikante statistische Unterschiede zwischen den Geschlechtern gegeben: "Frauen hatten weniger Chancen, pragmatisiert zu werden", folgerte der Landesvolksanwalt. Seit 1993 seien 85 Prozent der männlichen, aber nur 60,5 Prozent der weiblichen Bewerber in das BeamtInnendienstverhältnis übernommen worden. Auch das 1997 in Kraft getretene Frauen-Förderungsgesetz scheine in dieser Hinsicht nichts Erkennbares bewirkt zu haben. Auch gebe es bisher keine weiblichen Abteilungsleiter im Bereich der öffentlichen Landesverwaltung. (APA)