Der Wiener Telekom- und Internetbetreiber MCN (Millennium Communication Network) des Millenniums-Tower-Erbauers Georg Stumpf wird heuer einen Verlust "zwischen 100 und 150 Mill. S" (7,27 Mill. Euro und 10,90 Mill. Euro) einfahren, bestätigte MCN-Sprecher Christoph Edelmann. Damit übersteigt der Verlust das halbe Grundkapital. Das Aktiengesetz (§ 83) schreibt in diesem Fall die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung vor, wie dies für den 15. Dezember 2000 geschehen ist. Im 3. Quartal 2001 will MCN - ohne Börsegang - Gewinne schreiben.Anlaufkosten Edelmann begründet den Verlust mit den hohen Anlaufkosten eines Internet-Start-Ups vor allem im Infrasturkturberich und beim Aufbau des Backbone-Netzes. Die Investitionen allein in Österreich liegen zwischen 100 und 200 Mill. S. Im Telekom-Markt lasse sich langfristig nur mit höherwertigen Diensten, wie Datenstandleitungen oder Richtfunkstrecken und Mehrwertdiensten verdienen, so Edelmann. Der Ende Oktober abgesagte Börsegang bremst vor allem den Markteinstieg in Osteuropa, wo MCN bereits zahlreiche Osttöchter gegründet wurden, die nun "den Markt sondieren". Die MCN habe sich immer als gewinnoreintiertes Unternehmen verstanden, daher seine die Anlaufkosten akzeptabel. (APA)