Wer Kinder, aber kein Vermögen hat, kennt die Sorge: Wie sichert man den Nachwuchs am besten für später ab, wenn aus kleinen Wunschen große geworden sind, deren Erfüllung das laufende Familienbudget deutlich überstrapazieren würde. Mit rechtzeitiger Vorsorge kann man dem Nachwuchs schon ein erkleckliches Sümmchen mit auf den Weg geben - wobei gilt: Je früher man beginnt, desto besser. Nicht nur, weil man über einen längeren Zeitraum logischerweise mehr anspart, sondern auch, weil man auf diese Weise bei risikoreicheren Anlageformen Schwankungen besser ausgleichen kann. Eines vorweg: Das Sparbuch hat auch nach dem schrittweisen Wegfall der Anonymität seit Anfang November nichts an Beliebtheit eingebüßt. Derzeit bieten die Banken bei längerfristiger Bindung - also für sechs bis sieben Jahre - einen Zinssatz von rund 5,5 Prozent an, was durchaus attraktiv ist. Nach dieser Frist muss man sich allerdings neu orientieren, da sich die Entwicklung der Sparzinsen nie vorhersagen lässt. In dieselbe Kategorie "beliebt, sicher und bequem" fällt auch der Bausparvertrag, der sich als Ansparprodukt für Kinder sehr gut eignet. Die zuletzt reduzierte Verzinsung wird ab 1. Jänner 2001 wieder auf das frühere Niveau von 4,5 Prozent angehoben. Damit bringt Bausparen pro Jahr - bei Ausschöpfung der staatlichen Höchstprämie - um rund 300 Schilling mehr Rendite als ein Sparbuch mit einem Zinssatz von 5,5 Prozent. Versicherungen entdecken junge Klientel Auch Versicherungen haben in der jungen Klientel eine neue Käuferschicht entdeckt. Seit kurzem verkauft zum Beispiel die Wiener Städtische Versicherung unter dem Namen "Junior's Best" eine Polizze in zwei Varianten: entweder als "klassische" oder als "fondsgebundene" Lebensversicherung mit einer garantierten Mindestverzinsung von 3,25 Prozent. Ab dem 19. Lebensjahr - aber frühestens nach einer zehnjährigen Laufzeit - wird entweder ein einmaliges fixes Startkapital oder über einen bestimmten Zeitraum ein monatlicher Betrag ausbezahlt. Grundsätzlich gilt: Mit dem Griff zu einer Lebensversicherungen zur Absicherung von Kindern ist man gut beraten. Bei hoher Sicherheit und meist vernünftigen Renditen steigt man auch steuerlich günstig aus: Als einzige Steuer fällt die vierprozentige Versicherungssteuer an. Hohe Renditen mit Fonds Wirklich hohe Renditen lassen sich allerdings nur mit weniger konservativen Anlageformen erzielen. Wenn das Stichwort "Vorsorgen für Kinder" fällt, raten fast alle Anlageexperten zu Fonds, vorzugsweise Aktienfonds. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt, dass Aktien-Investments andere Anlageformen um Längen schlagen - bei einem Vergleich über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren. Manche findige Fondsgesellschaften setzen schon sehr gezielt auf Kids als Anleger: Der Gamax Funds Junior zum Beispiel inves- tiert in Unternehmen, deren Produkte alle Kinder kennen - etwa Mattel, Nintendo oder Walt Disney - und verschenkt beim ersten Kauf eine Tüte plus oranges Kapperl und Rechenschieber. Fonds-Sparen Weniger originell, dafür aber umso praktischer ist das, was einige heimische Banken seit einiger Zeit anbieten: Das so genannte Fonds-Sparen bewahrt den "kleinen" Sparer vor Entzugserscheinungen von seinem Sparbuch. Man bekommt ein kleines Büchlein, auf das man regelmäßig einen bestimmten Betrag einzahlt, der in einen Fonds investiert wird. Die Creditanstalt bezahlt beim Start sogar 1000 S dazu. Manche Berater empfehlen auch, zumindest in zwei oder drei verschiedene Fonds zu investieren - nicht nur, um das Risiko zu streuen, sondern auch, weil man möglicher- weise nicht das gesamte an- gesparte Vermögen auf ein- mal benötigt und aus den einzelnen Fonds zu verschiedenen Zeitpunkten aussteigen kann. Alle genannten Vorteile sollen aber nicht über das Risiko hinwegtäuschen, das ein Investment in Aktien immer mit sich bringt. Aktienkurse unterliegen mitunter starken Veränderungen. Um Enttäuschungen zu vermeiden, hält man es am besten mit dem mittlerweile verstorbenen Börsen-Altmeister André Kostolany: Man lege die Aktien(fonds) einige Jahre unter das Kopfkissen und schaue dann wieder nach, wie sich die Papiere entwickelt haben. (Gerlinde Maschler, DER STANDARD Verlagsbeilage "Investor", 30.11.2000)