Bei einem weltweiten Angebot von mehr als 10.000 Investmentfonds und Zigtausenden Aktien fällt es selbst hartgesottenen Börsenprofis schwer, einen Überblick zu bewahren, Vergleiche anzustellen oder gar ein geeignetes Produkt auszuwählen. Dank Internet ist es aber heute auch für Börsenneulinge und Laien relativ einfach, an gut aufbereitete, börsenrelevante Informationen heranzukommen. Vorausgesetzt man weiß, wo man suchen muss. Die unzähligen Finanz- und Börse-Websites im Datenmeer bieten nur zum Teil brauchbare Informationen an, die auch für Nichtinsider verständlich sind. Einstiegshilfen "Auf der Suche nach Informationen wird viel Zeit und Geld vergeudet" - ein Problem, das die Betriebswirtin Ina Karrer potenziellen Anlegern in Zukunft ersparen will. Sie hat eine Art Leitfaden durch den Irrgarten der Finanz- und Börseseiten ausgearbeitet und bietet im Rahmen eines Workshops Einstiegshilfen im Umgang mit Internet und Börse an: Wo finde ich die aktuellsten, interessantesten Wirtschafts-, Finanz- und Börsenseiten im Internet und wie kann ich diese optimal nutzen. Wertpapierhandel im World Wide Web, aktuelle Finanzdienstleistungen wie Market Maps, Discount Brokerage, Realtimekurse und -handel, Musterdepots, Trainingscenter und wichtige Börselinks sind weitere Inhalte des Workshops. "Ich betreibe eigentlich Informationshandel und versuche Wissensmanagement zu vermitteln", beschreibt Ina Karrer das Ziel ihres Kurses. Dazu gehören auch Anleitungen zur Vermeidung von Einstiegsfehlern beim Investment. Zum Beispiel: Spekulieren Sie niemals auf Kredit, halten Sie sich immer eine Barreserve und planen Sie genau, wann Sie welche Gelder zur Verfügung haben wollen. Streuen Sie ihr Kapital, haben Sie den Mut, auch Verluste zu realisieren und Fehler einzugestehen, bedenken Sie Kosten und Spesen. "Bevor Sie aber Aktien kaufen, sollten unbedingt umfassende Informationen eingeholt, in einem virtuellen Trainingscenter geübt und ein Musterdepot angelegt werden", rät Karrer. Internet: Billiger und schneller Beim Kauf von Aktien schwört die erfahrene Wertpapierbesitzerin auf die Abwicklung via Internet: "Es ist billiger, schneller, oft realtime, das heißt, es kann zum derzeit aktuellen Preis gekauft bzw. verkauft werden. Durch das Internet verschwinden Grenzen, ich kann online von jedem beliebigen Ort aus agieren." Am billigsten sind derzeit amerikanische Discountbroker, die Pauschalpreise von rund zehn Dollar anbieten, egal in welchem Umfang gekauft oder verkauft wird, verrät Karrer. Grundsätzlich hält sie sich aber an folgende Regel: Amerikanische Broker sind am günstigsten für den amerikanischen Markt, deutsche Broker für deutsche Aktien oder Fonds. "Zuerst sollte man aber sein Anlageziel abklären, dann erst sollten Preisvergleiche angestellt und Broker ausgesucht werden." (Astrid Kasparek, DER STANDARD, Verlagsbeilage "Investor", 30.11.2000)