Ludwigsburg - Der Wiener Hirnforscher Dr. Hans Lassmann, ist für seine Forschungen zur Multiplen Sklerose am Freitag in Ludwigsburg mit einem hoch dotierten Forschungspreise ausgezeichnet worden. Der Vorstand des Institutes für Hirnforschung an der Uni Wien erhielt den von der "Sobek-Stiftung" ausgelobten Preis in Höhe von 200.000 Mark für seine Leistungen bei der Bekämpfung der Nervenkrankheit. Nach Angaben der "Amsel", der Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, ist die Auszeichnung europaweit der höchst dotierte Forschungspreis, der auf dem Gebiet der Erforschung und Bekämpfung dieser bösartigen und als unheilbar geltenden Erkrankung des zentralen Nervensystems vergeben wird. Der erstmals vergebene Preis ist nach Angaben der Stiftung zweckgebunden. Die Mittel müssen wieder in die Forschung fließen. Das Ehepaar Sobek, das in Darmstadt ein Textilunternehmen hatte, verlor seine Tochter Mareille im Alter von 20 Jahren durch Multiple Sklerose. Multiple Sklerose ist die häufigste zur Behinderung führende Nervenkrankheit in Europa. Das Immunsystem ist fehlgesteuert: Die Abwehrzellen verwechseln die Umhüllung der Nerven mit Krankheitserregern und greifen daher die Nervenisolierung an. Wird dieses so genannte Myelin stark geschädigt, so kann es zur Narbenbildung (Sklerose) führen. Schlecht isolierte Nerven leiten die Reize nicht mehr richtig weiter. (APA/dpa)