Meran - Senioren sollen künftig in Südtirol ihre eigene Hochschule haben. Eine neue Universität will im Bildungsangebot speziell auf die Bedürfnisse der älteren Studierenden eingehen. Die Gründungsfeier der "Lessing-Hochschule zu Meran, Europäische Universität der Senioren" findet am Montag statt. Die Lehrtätigkeit soll im Mai 2001 starten. Die geplanten Gebühren betragen rund 21.000 Schilling pro Trimester. Bedarf Anlass für die Gründung einer derartigen Privatuniversität sei das zunehmende Interesse älterer Mitbürger an Seniorenstudien, betonten Vertreter der Einrichtung am Freitag. Die Tätigkeitsfelder der neuen akademischen Einrichtung liegen in fünf fächerübergreifenden Studiengängen, die auf zwölf Trimester verteilt sind. Für diejenigen, die auf kein Vollstudium abzielen, werden zweijährige "Masters-Lehrgänge" angeboten. Wer jedoch Studium und Urlaub verknüpfen möchte, kann ein 14-tägiges "Studium á la carte" buchen. Forschungsarbeiten sind hauptsächlich im Bereich der Bevölkerungswissenschaft geplant. Darüber hinaus wolle man ein überregionales Kompetenzzentrum für Altersfragen im Kommunalbereich werden. Die Universität wird als Privatunternehmen geführt. Die Südtiroler Landesregierung unterstütze das Projekt mit einer Starthilfe von umgerechnet 10,55 Millionen Schilling (766.938 Euro). Die Universität soll sich selbst über Lehre und Forschung finanzieren. Nach Auskunft der Hochschule gebe es bereits über 400 Interessenten. Man rechne mit 100 Anmeldungen für das erste Trimester. Da das Marketing auf internationaler Ebene laufe, habe man Anfragen aus vielen Ländern der EU, darunter Dänemark, Deutschland, Österreich, Italien und sogar aus Griechenland. Die Unterrichtssprache im ersten Jahr sei Deutsch, im Folgejahr wolle man zusätzlich in italienisch und später in anderen Sprachen unterrichten. Angebot Die Studiengänge lehren in den Disziplinen Ästhetik, Ökonomik, Diätik, Kasuistik und Humanwissenschaften. Die European Masters of Advanced Studies beinhalten Mediation, Mentoring und Betriebsberatung für ältere Erwerbstätige und befassen sich mit dem Gesundheitswesen in der zweiten Lebenshälfte. Mit einer internationale Anerkennung des Studienabschlusses könne man "leider erst in ein paar Jahren rechnen", teilte die Universität mit. Vorerst müssen sich die Absolventen mit einem Zertifikat begnügen. Die akademische Tätigkeit beginnt mit einem Forschungstrimester zu den Themen "Wohnen im Alter", "Seniorenbüro" und "Sozialgemeinde" am 16. Jänner 2001. Die Lehrtätigkeit wird mit dem Sommertrimester, am siebten Mai 2001, aufgenommen.(APA)