Zwar war die Dressurausbilderin aus Bad Wörishofen den Insidern auch zuvor keine Unbekannte gewesen, aber im Seniorenbereich war sie bis dahin vor allem auf nationaler Ebene am Start gewesen. Geboren wurde Ulla Salzgeber 5. August 1958 im Rheinland. Ersten Kontakt mit Pferden hatte sie 1968 beim Voltigieren, wandte sich aber schon bald dem Dressursport zu. 1970 startete sie bei ihrem ersten Turnier und arbeitete sich neben ihrer Schulausbildung auch in der Dressur Stufe für Stufe empor. 1976 errang sie ihren ersten großen nationalen Erfolg und wurde Rheinische Juniorenmeisterin in der Dressur. Ein Jahr später gewann sie bei den Junioren-Europameisterschaften Mannschafts-Gold und wurde Vierte in der Einzelwertung. 1979 erhielt sie das Goldene Reitabzeichen. Zu ihren Trainern zählten so berühmte Namen wie Albert Stecken, Fritz Tempelmann, Harry Boldt, Willy Schultheis und Johann Hinnemann. Verheiratet ist Ulla mit Sebastian Salzgeber. Die Mutter einer Tochter hat seit 1980 im bayerischen Bad Wörishofen ihren eigenen Dressurstall aufgebaut. Seit 1994 ist sie die Trainerin des bayerischen Junioren-Dressurkaders. Als sie 1997 zum ersten mal mit dem zwölfjährigen, aus lettischer Zucht stammenden Rusty beim CHIO Aachen an den Start ging, konnte sie sich im Grand Prix gleich an achter und im Special, der Kür und der Gesamtwertung an neunter Stelle placieren. Mit ihren Aachener Erfolgen eroberte Ulla Salzgeber auch einen der stets heftig umkämpften Startplätze in der deutschen Mannschaft bei der Dressur-Europameisterschaft 1997 in Verden. Und hier gelang ihr endgültig der Sprung an die internationale Dressur-Spitze: Mit einem sechsten Platz in der EM-Einzelwertung und der Goldmedaille im Mannschaftsbewerb bewies das ausdrucksstarke Paar, daß es eine wirkliche Bereicherung für das starke deutsche Team war, wenngleich zu diesem Zeitpunkt Platz sechs das schlechteste Resultat im deutschen Damenquartett war. Isabell Werth sicherte sich den Einzeltitel, Karin Rehbein knapp vor Nadine Capellmann Einzel-Bronze. Bei dieser EM durften übrigens vier Paare pro Nation im Finale antreten, soferne sie sich dafür qualifiziert hatten – aber diese Reglung ändert sich von Jahr zu Jahr. Bei den Weltmeisterschaften 1998 in Rom nahm ein gereifter Rusty und eine nun championatserfahrene Ulla Salzgeber bereits den zweiten Platz in der deutschen Mannschaft ein. Zwar hieß die Reihenfolge im Kampf um Gold und Silber wieder Isabell Werth mit Gigolo vor der Niederländerin Anky van Grunsven mit Bonfire, doch auf dem dritten Platz folgten bereits Ulla Salzgeber und Rusty. Noch einen Platz aufsteigen konnte das Paar, dessen Kürmusik von Carl Orffs Carina Burana jeden begeistern muss, bei der EM 1999 im niederländischen Arnhem. Nur noch von Anky van Grunsven und Bonfire vom höchsten Platz auf dem Treppchen zurückgehalten, wurden Ulla Salzgeber und Rusty (in Abwesenheit von Gigolo) Vize-Europameister in der Einzelwertung, zuvor hatten sie schon ihren Anteil zum Team-Gold beigetragen. Das Jahr 2000 hat bereits erfolgreich begonnen. Beim Pferdesportfestival in Bremen sicherten sich Ulla Salzgeber mit Rusty den Sieg in der mit 100.000 Mark bisher höchstdotierten Dressurprüfung aller Zeiten, dem Grand Prix Special des Kampmann-Cups. Die Olympischen Spiele in Sydney hat das Erfolgspaar als nächstes Ziel ganz klar ins Auge gefasst. Birgit Popp Sportliche Erfolge 1997: 1. Platz Grand Prix München 1. Platz Grand Prix Special Dortmund 5. Platz Deutsche Meisterschaften 4. Platz Einzel u. 1. Platz Mannschaft Dressur-EM Verden 1998: 1. Platz Preis der Nationen CDIO Bad Aachen 1. Platz Grand Prix Berlin 4. Platz Deutsche Meisterschaften 3. Platz Einzel u. 1. Platz Mannschaft Dressur-WM Rom 1999: 1. Platz Preis der Nationen CHIO Aachen 3. Platz Deutsche Meisterschaften 1. Platz Grand Prix Nörten-Hardenberg 1. Platz Grand Prix und Grand Prix Special Wattens/AUT 1. Platz Grand Prix und Grand Prix Kür Donaueschingen 1. Platz Grand Prix und Grand Prix Kür Nürnberg 1. Platz Kurz Grand Prix Stuttgart 1. Platz Weltcup-Kür und Grand Prix Genf 2. Platz Einzel u. 1. Platz Mannschaft Dressur-EM Arnhem 2000: 1. Platz Grand Prix Special CDI Bremen