Berlin - Forscher der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie der Charité in Berlin haben einen Abschnitt in der Nähe eines bekannten Markers als Genort, speziell auf Chromosom 3, für die Entstehung von Neurodermitis eingekreist. Das Ergebnis wurde in der Fachzeitschrift "Nature Genetics" veröffentlicht. Es wurde schon lange vermutet, dass der so genannten "Neurodermitis" oder "atopischen Dermatitis" eine erbliche Veranlagung zugrunde liegt. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass sich in dem nun gefundenen Abschnitt ein Gen befindet, das ursächlich an der Krankheitsentstehung beteiligt ist. Die Deutlichkeit, mit der dieser Genort hervortrat, erleichtert nun die Identifizierung des Krankheitsgens und die Erforschung der Mechanismen, die zur Entstehung der Erkrankung beitragen. Die Wissenschaftler hoffen, auch zur Aufklärung der Allergieneigung beitragen zu können. Die meisten Kinder mit Neurodermitis haben Allergien und etliche von ihnen entwickeln in ihrem späteren Leben Heuschnupfen oder Asthma. Unter den untersuchten Kindern mit Neurodermitis, hatten 74 Prozent Allergien. Diese Studie zeigte, dass sich am selben Genort auf Chromosom 3 eine Erbanlage für die Neigung zu Allergien befindet. Weiter stellte sich heraus, dass für die allergische Sensibilisierung, die Vererbung dieses Genorts von der Mutter auf das Kind von großer Bedeutung ist, während die Vererbung vom Vater kaum eine Rolle spielt. Die Wissenschaftler suchen nun direkt nach dem Krankheitsgen, das zu Neurodermitis und einer Allergieneigung führt. Die Lokalisierung soll als Grundlage für die Entwicklung gezielter Therapien genutzt werden kann. An der Studie nahmen 199 Familien aus der Bundesrepublik Deutschland, Italien, Schweden und den Niederlanden teil. Die Familien hatten mindestens zwei Kinder, bei denen bereits im Alter bis zu zwei Jahren eine Neurodermitis diagnostiziert wurde. (pte)