Reykjavik - Schon seit längerem gibt es Forschungsergebnisse, die darauf hinweisen, dass Melatonin, ein Hormon der Zirbeldrüse im Zwischenhirn, die lästige "Winterdepression" (in skandinavischen Ländern der Klimazone entsprechend bereits als "Herbstdepression" berüchtigt) auszulösen. Die junge isländische Wissenschafter Ragnhildur Karadottir bestätigt dies nun durch ihre Forschungsergebnisse. Sie hat herausgefunden, dass das Melatonin bei Depressiven 2,4 mal so stark ausgeschüttet werde wie bei Menschen mit normaler Stimmungslage. Sie hat Menschen mit und ohne Depressionen verglichen und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Winterdepression keine psychischen, sondern biologische Ursachen habe. Die Forscherin sah aber keinen Zusammenhang zwischen Winterdepressionen und Selbstmorden, deren Rate entgegen der weitläufigen Meinung nicht im Winter, sondern im Frühjahr am höchsten ist. Auf der Insel nördlich des 60. Breitengrads leidet jeder Zehnte in den lichtarmen Monaten November bis März an der Verstimmung, die sich in Desinteresse und Apathie äußert. (APA/red)