Wien - "Wir haben von der Bank Austria keine Aufforderung erhalten, preislich nachzubessern", sagte der Industrielle Hannes Androsch am Montag zum Bieterverfahren um den Chemiefaserkonzern Lenzing AG. Er, Androsch, habe zur festgesetzten Frist ein Angebot gelegt und das mittlerweile durch eine hundertprozentige Finanzierungszusage verbindlich gemacht. "Eine Nachbesserung geht mich nichts an", sagte Androsch. Der Haupt-Mitbewerber, die internationale Beteiligungsgesellschaft CVC, werde ein "massives Wettbewerbs-Problem" bekommen (CVC besitzt die Mehrheit am Lenzing-Konkurrenten Acordis, Anm.). Das Angebot von CVC sei dadurch "subject to approval by authorities" in Brüssel. CVC wolle mit Lenzing "ihr Acordis-Problem sanieren und dann wieder verkaufen", so Androsch. "Unser Offert würde als einziges österreichische Kernaktionärsrolle garantieren" Die "Gruppe Androsch" (dazu gehört auch die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich und der Noch-Generaldirektor der Bundesforste, Richard Ramsauer) wäre dagegen ein industrieller österreichischer Kernaktionär, der die Kernkompetenz nachhaltig in Österreich halten würde. Er, Androsch, habe von den Verantwortlichen der Bank Austria zum Lenzing-Verkauf die Zusage, "wenn die Finanzierung steht ist der Deal für uns gelaufen". Weder von Bank Austria Generaldirektor Gerhard Randa noch von Beteiligungschef Friedrich Kadrnoska oder von Bank Austria Vorstand Karl Samstag sei diese Zusage bisher widerrufen worden. Bei der Bank Austria hieß es heute, die Entscheidung über den Zuschlag für Lenzing könne "im Lauf der nächsten Tage immer fallen", auch wenn die (bis knapp vor Weihnachten gesetzte) Nachbesserungsfrist noch nicht ausgelaufen sei. Am vergangenen Samstag hatte Randa vor Journalisten in Gösing, Niederösterreich, bekräftigt, beim Lenzing-Verkauf sei der Preis ausschlaggebend. Die Preisfrage hatte nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Profil" neue Nahrung bekommen, wonach CVC ihr ursprüngliches Angebot von 83 Euro je Lenzing-Aktie auf 87 Euro (1.197 S) nachgebessert habe. Damit würden die Briten für den 83-prozentigen Bank-Austria-Anteil an Lenzing 3,7 Mrd. S zahlen wollen, weitere rund 700 Mill. S wären für die Übernahme des 17-prozentigen Streubesitzes erforderlich. So hoch war die Finanzierungslücke des Androsch-Konsortiums, die Androsch aus nicht genannten Finanzierungsquellen nunmehr als gedeckt bezeichnet. Das Androsch-Angebot hatte laut "profil" 80 Euro je Aktie betragen. (APA)