Wien - Mit über zwei Promille Alkohol im Blut wollte ein 49-jähriger Wiener ein befreundetes Ehepaar zum Einkaufen chauffieren. Auf der Kendlerstraße in Wien-Penzing übersah er am 25. Februar 2000 jedoch eine leichte Kurve und krachte gegen einen Container. Die 58 Jahre alte Beifahrerin war auf der Stelle tot, ihr Ehemann und der Lenker erlitten schwere Verletzungen. Im Wiener Landesgericht wurde dieser am Montag wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen zu zehn Monaten unbedingter Haft verurteilt. Den Mann plagten private Probleme: Seine Frau hatte sich scheiden lassen, Streitigkeiten über den Unterhalt zogen sich in die Länge. Zudem war der Buslenker von seinem Chef gekündigt worden - ein siebenwöchiger Krankenstand war dafür Ausschlag gebend. Seinen Kummer "ertränkte" der 49-Jährige offensichtlich in einem Kaffeehaus. Laut Gutachten dürfte er sieben bis acht Krügel Bier getrunken haben, ehe er zu seiner "Unglücksfahrt" aufbrach. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Beschuldigte bat um Bedenkzeit. (APA)