Auf einen medienpolitischen Aspekt der burgenländischen Landtagswahlen wies der Grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen am Montag hin: Nachdem ÖVP und FPÖ im Burgenland die "Wende" nicht geschafft haben, "wird es keine Zwei-Drittel-Mehrheit für Schwarz-Blau im ORF-Kuratorium geben". Diese Hoffnung der Koalitionsregierung in Wien sei nicht aufgegangen. "Dämpfer" Das burgenländische Mandat im ORF-Kuratorium wird nach dem Sieg der SPÖ weiterhin in den Händen der Sozialdemokraten bleiben. "Auch in dieser Hinsicht ist die Burgenland-Wahl ein Dämpfer für die schwarz-blaue Koalition", so Van der Bellen. Insgesamt 35 Plätze umfasst das Kuratorium, das von der Bundesregierung, den Parteien (SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grüne), neun Bundesländern, der ORF-Hörer- und Sehervertretung sowie vom ORF-Zentralbetriebsrat beschickt wird. Die derzeitige Zusammensetzung: 17 Kuratoren werden der ÖVP, sechs der FPÖ, neun SPÖ und eine den Grünen zugeordnet, zwei gelten als unabhängig. ÖVP und FPÖ liegen mit den 23 ihnen zugeordneten Vertretern knapp unter der Zwei-Drittel-Mehrheit. Durch einen Machtwechsel im Burgenland hätten sich die Kräfteverhältnisse zu Gunsten der Regierungspartei verschoben: Der Burgenland-Vertreter im Kuratorium ist mit Christian Stiller, Pressesprecher von Landeshauptmann Karl Stix, von der SPÖ besetzt. Schon jetzt aber haben die Regierungsparteien im ORF-Kuratorium - dank Föderalismus - eine deutlichere Mehrheit als im Parlament: Während ÖVP und FPÖ im Nationalrat auf 54 Prozent der Stimmen kommen, sind es im "Aufsichtsrat" des öffentlich-rechtlichen Senders rund 66 Prozent. (APA)