Brüssel - Der deutsche Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke hat angesichts der BSE-Krise eindringlich an seine EU-Kollegen appelliert, in der gesamten EU die Verfütterung von Tiermehl zu verbieten. Das deutsche Tiermehl-Verfütterungsverbot müsse die Grundlage für ein europaweites Verbot bilden, sagte Funke vor Beratungen mit seinen EU-Kollegen am Montag in Brüssel. Zudem müssten möglichst sofort alle Kühe mit einem Alter von mehr als 30 Monaten in der EU auf die Rinderseuche BSE getestet werden. Die aus der BSE-Krise erwachsenden Kosten dürften zudem den Finanzrahmen der Agenda 2000 nicht sprengen. Hoffnung auf Einigung In EU-Diplomatenkreisen wurde damit gerechnet, dass bei dem Treffen der Minister die für ein Verfütterungsverbot von Tiermehl notwendige qualifizierte Mehrheit zu Stande kommt. In der Vergangenheit hatten sich Großbritannien, Belgien, Finnland und Schweden gegen das von der Europäischen Kommission geforderte umfassende Verfütterungsverbot ausgesprochen. Die Mitgliedstaaten mit Vorbehalten Irland, die Niederlande und Dänemark hatten sich bei einer Abstimmung unter EU-Experten in der vergangenen Woche enthalten. In den Kreisen hieß es nun aber, möglicherweise würden Großbritannien und Belgien von ihren Vorbehalten abrücken. Großbritannien hatte vor allem gegen das ebenfalls von der EU-Kommission geplante Verfütterungsverbot von Fischmehl protestiert. Auch die dänische Agrarministerin Ritt Bjerregaard sagte, sie wolle das Fischmehlverbot zum Thema machen. Funke gab keine Prognose dazu ab, ob sich die Minister auf den Tiermehl-Bann einigen würden. Er rechne mit langen Beratungen, sagte der Minister. (APA/Reuters)