Wien - Niki Lauda wird in Zukunft nicht mehr für die Lauda Air fliegen. Der Gründer und Exvorstandschef der Fluglinie sagte am Montag, er werde das "Flugverbot" seines Nachfolgers Friedrich Schmidt akzeptieren und nicht mehr über einen neuen Pilotenvertrag verhandeln. Schmidt hatte zuvor den bestehenden Vertrag für nicht rechtsgültig erklärt, Lauda aber Verhandlungen über einen eingeschränkten Pilotenvertrag angeboten. "Ich habe mich entschieden, das Flugverbot anzunehmen und habe keine Lust, mit ihm zu sprechen", sagte Lauda zur APA.

Lauda, der am 21. November als Vorstand zurückgetreten war, hatte mit dem Personalchef und dem Flugbetriebsleiter einen Pilotenvertrag mit Wirksamkeit 22. November unterschrieben. Der Pilotenvertrag wäre bis zu Laudas 60. Lebensjahr, also noch weitere neun Jahre gelaufen.

Man habe Lauda ein Angebot gemacht, einen Art Werkvertrag abzuschließen, damit er die für die Berufsberechtigung notwendigen Flugstunden absolvieren könne, verlautete aus der Lauda Air. Lauda könne jederzeit ein Lear-Jet mieten und fliegen, und das tue er derzeit ja auch. Aber er könne nicht für die Lauda Air fliegen, solange die rechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben seien.

Italien

Lauda sieht weiterhin die Möglichkeit, für die Lauda Air Italia sowie für jede andere Fluglinie weltweit zu fliegen. An der Lauda Air Italia hält Laudas Privatstiftung die Mehrheit, was Lauda selbst erst vor wenigen Wochen eingestand. Dieser Umstand aber könnte ihr aber die Fluglizenz kosten. Um außerhalb der EU fliegen zu dürfen, muss die Mehrheit einer Airline in nationalem Eigentum sein. An der Lauda Air Italia ist die Lauda Air in Österreich mit 33 Prozent beteiligt. Kritik hagelte es an dieser Beteiligung auch, weil der Verlust der italienischen Tochter von rund 80 Mio. S in der Bilanz nicht konsolidiert wurde.

Beim für 11. Dezember angesetzten AUA-Aufsichtsrat stehen Vorstandsangelegenheiten nicht auf der Tagesordnung. Wie berichtet, hat AUA-Aufsichtsratschef Rudolf Streicher bei der Sitzung am 8. November vergebens versucht, Tyrolean-Boss Fritz Feitl als neuen AUA-Chef zu inthronisieren. Er kündigte danach an, dass bei der nächsten Sitzung ein dritter AUA-Vorstand ausgeschrieben wird.

Die AUA-Aufsichtsräte erhalten unter anderem einen Bericht über die Sonderprüfung der KPMG zur Lauda Air "und die daraus abzuleitenden Maßnahmen". Außerdem wird das von Roland Berger erstellte Gutachten über die Neustrukturierung der AUA-Gruppe präsentiert. (Claudia Ruff, D ER S TANDARD , Print-Ausgabe, 5. 12 . 2000)