Wien/Klagenfurt - Die Grünen haben den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider aufgefordert, auf einen Besuch im Vatikan anlässlich der Übergabe eines Christbaumes zu verzichten. "Der Vatikan ist kein Platz für einen politischen Beelzebuben und die Übergabe eines Christbaumes sollte alles andere sein, als eine politisch konfliktreiche Demonstration", stellte die außenpolitische Sprecherin Ulrike Lunacek am Dienstag fest. Der Kärntner Christbaum solle nicht "zu einem Zankapfel verkommen", sondern zur Besinnlichkeit beitragen. "Es ist leider Tatsache, dass Haider mit Ausnahme von Libyen überall im Ausland so etwas wie eine persona non grata ist", sagte Lunacek. "Eine unerwünschte Person, die polarisiert, die entzweit, die Menschen zu Protesten zwingt." Daher könne Haider seiner Funktion als Landeshauptmann im Ausland längst nicht mehr nachkommen. Er sei ein "aussenpolitisch amputierter" Landeshauptmann, zum Nachteil eines Bundeslandes. Haider könne nicht einmal mehr einen Christbaum ohne heftige diplomatische Proteste übergeben, kritisiert Lunacek. Kärnten müsse sich langsam überlegen, ob seine Zukunft durch eine solche umstrittene Person an der Spitze gut aufgehoben ist. "Offensichtlich nicht, denn ein dermaßen eingeschränkt arbeitsfähiger Landeshauptmann ist eine Belastung, mehr nicht", dazu die Grün-Abgeordnete. Haider wird in der nächsten Woche an der Spitze einer Delegation aus Kärnten nach Rom reisen. Das derzeitige Besuchsprogramm sieht auch eine Privataudienz für die gesamte Delegation bei Papst Johannes Paul II. vor. (APA)