Wien - Die Telekom Austria (TA) befindet sich auch nach ihrem Börsegang weiter auf Umstrukturierungs- und Sparkurs. Mit den bisher entwickelten Programmen will die TA künftig jährlich 330 Mill. Euro (4,54 Mrd. S) an Kosten einsparen, ein wesentlicher Bestandteil davon sind Personalkosten, sagte TA-Generaldirektor Heinz Sundt gestern, Dienstag, Abend bei einem Pressehintergrundgespräch. Um nicht weiter Marktanteile im Festnetzbereich an die Mitbewerber zu verlieren, will die TA mit Jahresanfang 2001 die Ortsgesprächs-Tarife "massiv" senken und die derzeitige Impulsabrechnung durch eine sekundenorientierte ersetzen, so Sundt. Die TA will mit Hilfe eines Sozialplans - mittlerweile der dritte - in den nächsten drei Jahren rund 5.000 der 15.500 Mitarbeiter abbauen, wobei alle Mitarbeiter - 80 Prozent davon sind Beamte - mit 1. November in die neu gegründete Personalmanagementgesellschaft ausgegliedert wurden. Der Abbau kostet die TA 3,5 Mrd. S. Die Personalkosten machen derzeit 25 Prozent des Umsatzes aus, bis 2003 soll diese Zahl auf 20 Prozent reduziert werden. Der Umbau laufe derzeit nach Plan, bemerkte Sundt. 1.000 gehen bis Jahresende Bis Jahresende gehen noch im Zuge des vorigen Sozialplans 1.000 Mitarbeiter. Rund 850 Mitarbeiter, die 2001 und 2002 das 55. Lebensjahr erreichen, gehen in Frühpension, für rund 2.000 wird es mit sogenannten "Golden Handshakes" großzügige Abfertigungsregelungen geben. Die restlichen 10.000 davon werden als "Schlüsselkräfte" wieder in die TA eingebracht, wobei ihnen angeboten wird, in den ASVG-Status zu wechseln. Dadurch soll es zu einer deutlichen Verschiebung der Beamten-Angestellten-Struktur kommen. Einige Mitarbeiter sollen auch umgeschult und in neuen TA-Unternehmensbereichen eingearbeitet, rund 1.300 wiederum an Drittunternehmen "outgesourct" werden. Die TA will künftig auch ihre Investitionen stark drosseln. 5 bis 8 Mrd. S sollen in den nächsten Jahren noch in ein breitbandiges All-IP-Netz investiert werden, das Geld dafür soll aus dem Cash flow aufgebracht werden. Mit der neuen Netzwerk-Tochter Jet2Web Network Services will die TA auch für Konkurrenten künftig Netze bauen. Die Früchte der neuen Internet-Tochter Jet2Web Internet würden erst 2001 erkennbar sein, betonte Sundt: "Nachdem es einige Geburtswehen gegeben hat, müssen wir der Jet2Web noch einige Wochen und Monate Zeit geben". Auslandsstrategie Die Auslandsstrategie der TA werde sich auf den Raum "südöstlich von Wien" beschränken, bemerkte Sundt. Der Einstieg in neue Märkte sei dabei vor allem füßr den Mobilfunk- und Internetbereich denkbar. Zur Verstärkung des Internet-Bereichs hat die TA im Sommer um 3 Mrd. S den größten tschechischen Internet-Service-Provider Czech On Line zu 100 Prozent gekauft. In Kroatien ist die TA über die Mobilkom-Tochter VIPnet im Mobilfunkmarkt präsent. (APA)