Linz - Die geplanten Studiengebühren belasten primär jene Studenten, die nebenbei arbeiten. Denn Berufstätigkeit führe automatisch zu längeren Studienzeiten, stellten am Mittwoch der Rektor der Johannes Kepler-Universität, Rudolf Ardelt und AK-Vizepräsident Johann Kalliauer in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Linz fest. Außerdem sei die "soziale Abfederung reiner Zynismus". Die AK fordere eine "umfassende Studienreform" und die "Erleichterung eines nebenberuflichen Studiums", so Kalliauer. Schon jetzt arbeiten zwei Drittel aller Studierenden neben dem Studium, ein Viertel ist voll berufstätig, hieß es auf der Pressekonferenz. Ein "zu enges Konzept der Studienförderungen sowie universitätsbedingte Studienverzögerungen" würden viele Studierende zur Berufstätigkeit zwingen. Die Einführung von 5.000 S Studiengebühr zeuge in erster Linie von einer "reinen Geldbeschaffungsaktion" ohne Kenntnisse des Universitätsbetriebes. "Soziale Abfederung" ist reiner Zynismus "Reiner Zynismus" sei die "soziale Abfederung", wurde auf der Pressekonferenz kritisiert. Denn die 16.000 Studierenden, die neu in die Förderung einbezogen werden sollen, würden keineswegs eine volle Abdeckung der geplanten 10.000 S erhalten, im Durchschnitt soll diese Gruppe 6.000 S bekommen, wurde vorgerechnet. Die Arbeiterkammer fordere eine "umfassende Studienreform", die "vom Grundsatz der Vermittlung einer wissenschaftlichen Grundausbildung unter Bezug auf die berufliche Praxis anstelle von Spezialisierungen" getragen sei. Die reale Studiendauer müsse durch gesetzliche Maßnahmen deutlich verkürzt werden. Zur Erleichterung eines nebenberuflichen Studiums seien Anreize für Versuche mit Teilzeitstudien, Fernstudienelementen und Blockveranstaltungen zu setzen. (APA)