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Tuberkulose-Bazillen

Foto: Archiv
Los Angeles - Mediziner der University of California in Los Angeles ( UCLA ) haben erstmals einen Tuberkulose-Impfstoff entwickelt, dessen Wirksamkeit - im Tierversuch - jene des seit fast 100 Jahren gebräuchlichen Standardpräparats übertrifft. Das neue Serum stellt einen wichtigen Schritt im Kampf gegen die gefürchtete Krankheit dar, da weltweit vermehrt Stämme des Tuberkulose-Erregers auftauchen, die gegen den herkömmlichen Impfstoff resistent sind. An Tuberkulose sterben weltweit zwei Mio. Menschen pro Jahr. "Angesichts der sich häufenden Impfresistenzen des Tuberkulose-Erregers Mycobacterium tuberculosis hat die Entwicklung effektiverer Impfstoffe höchste Priorität für die Tuberkulose-Forschung", meint Marcus Horwitz, der leitende Wissenschaftler der in der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlichten Studie. Seit Jahren werde deshalb intensiv nach effektiveren Impfstoffen gesucht. Bislang hätte aber keine der untersuchten Substanzen eine dem klassischen Bacille Calmette-Guerin (BCG)-Impfstoff vergleichbare Wirkung gezeigt. Der UCLA-Impfstoff konzentriert sich nicht auf den eigentlichen Erreger, sondern auf spezielle Proteine, die das Bakterium absondert, sobald es in die weißen Blutzellen der Lunge eingedrungen ist. Im Falle einer Infektion stürzt sich das Immunsystem sofort auf die befallenen Blutzellen und zerstört sie. Damit wird auch die Vermehrung des Tuberkulose-Erregers unterbunden. Nach Ansicht von Horwitz lassen sich auf ähnliche Weise auch Impfstoffe gegen die Legionärskrankheit oder gegen Lepra entwickeln. Im Tierversuch an Meerschweinchen, deren Infektionsverhalten dem des Menschen sehr ähnlich ist, war das neu entwickelte Serum zehn Mal so wirksam wie BCG, berichten die Forscher. Horwitz warnt allerdings vor Euphorie. Es würden wohl noch einige Jahre vergehen, bis ein entsprechender Wirkstoff für den Menschen zur Verfügung stehe. (pte)