Klagenfurt - Am 8. Dezember begeht die katholische Kirche das "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria", im Volksmund "Mariä Empfängnis" genannt. Der Inhalt des Festes: Maria wurde im Voraus erlöst. Sie war frei von der Urschuld und jeder Sünde. Dieser Festtag ist eng mit der Geschichte Österreichs verbunden. Entstehung des Fesstages Mariä Empfängnis verdankt seine Entstehung mehreren Quellen. So feierte man im Osten schon um das Jahr 700 am 9. Dezember ein Fest der Empfängnis der Hl. Anna, also neun Monate vor dem Fest der Geburt Marias am 8. September. Gemeint war mit diesem Fest, dass Anna trotz ihrer Unfruchtbarkeit und ihres hohen Alters Maria empfangen habe. Dieses Fest gelangte bald in das damals byzantinische Unteritalien und von dort nach England und Frankreich. In diesen Ländern bekam es aber schon früh den Akzent des unbefleckten Empfangenwerdens Marias, also eines Lebensbeginns ohne Erbsünde. Papst Sixtus IV. approbierte 1476 das Fest der Empfängnis der unbefleckten Jungfrau Maria, Papst Clemens XI. dehnte es 1708 auf die ganze Kirche aus. Mit der dogmatischen Definition 1954 von Papst Pius XII. wurde auch die Festfeier stärker untermauert. Der 8.Dezember als Feiertag In Österreich war der Feiertag am 8. Dezember vom NS-Regime abgeschafft worden. 1955 wurde der 8. Dezember auf Grund einer breiten Volksbewegung und als Zeichen des Dankes für die wiedergewonnene Freiheit Österreichs wieder zum Feiertag erklärt. Der 8. Dezember wurzelt aber noch tiefer in der Geschichte Österreichs. Vor rund 350 Jahren, am 18. Mai 1647, hatte Kaiser Ferdinand III. zum Dank für die Errettung Wiens aus den Gefahren des 30-jährigen Krieges die Mariensäule in Wien auf dem Platz Am Hof errichten lassen und den 8. Dezember als Feiertag eingeführt. 300 Jahre später, am 18. Mai 1947, erneuerte Kardinal Theodor Innitzer in der Zeit der bitteren Nachkriegsnot wieder auf dem Platz Am Hof jene Verbundenheit mit Maria, die 1647 die Einführung des 8. Dezembers als Feiertag bewirkt hatte. (APA)