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Eisenstadt - Das Wort "Neubeginn", Kernthema des ÖVP-Wahlkampfes, nimmt nun FP-Klubchef Wolfgang Rauter in Bezug auf seine Partei in den Mund. In Zukunft, so meint er, werde man wieder "zu den FPÖ-Kernthemen zurückkehren müssen". Als da wären: Ausländer, Proporz, Postenschacher. Letzteres ist freilich auch ein internes Thema. Er, Rauter, sei "außerordentlich loyal", habe aber er nie ein Hehl daraus gemacht, "dass ich gerne Klubobmann bin". Ob er bleibt, oder ihm Parteichef Stefan Salzl nachfolgt, "wird der Klub entscheiden". Wer aus diesem nach dem Mandatsverlust ausscheidet, wird noch ein Streitpunkt werden. Rauter favorisiert Sicherheitssprecher Hans Tschürtz ("hat das relativ beste Ergebnis"), was andere sich allerdings nicht vorstellen können. Tschürtz kandidierte auf Platz fünf, also müsse er gehen. Außer, einer verzichte. Und da gebe es eine Möglichkeit: Rauter. Personaldebatten beherrschen auch die ÖVP. Der Übergang von Gerhard Jellasitz zu Franz Steindl an der Spitze ging rasch. Der Neue sucht allerdings noch einen Geschäftsführer. Namen für den Nachfolger von Niki Berlakovich hört man zuhauf - von Eisenstädter Pressereferenten bis zu Neusiedler Abgeordneten -, Franz Steindl scheint aber eher eine Doppellösung für Inneres und Äußeres im Auge zu haben. Auf der Suche ist auch die SPÖ. Der vierte Regierungssitz soll auf jeden Fall mit einer Frau besetzt werden. Hans Niessl hat sich schon auf eine Jobbeschreibung festgelegt: Finanz- und Wirtschaftskompetenz, die Neue soll das schwierige Finanzressort übernehmen. Der Name, der jedem Burgenländer dazu als erster einfällt, leidet freilich unterm traditionellen Frauenproblem. Sabine Nyul, langjährige Beraterin von Finanzreferent Karl Stix, ist seit knapp drei Monaten Mutter. (wei, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7. 12. 2000)