Paris - Die Bürger von fünf großen EU-Staaten sind einer Umfrage des französischen Meinungsforschungsinstituts IPSOS zufolge allgemein für einen schnelleren Integrationsprozess innerhalb der Europäischen Union. Die Mehrheit der Befragten will aber gleichzeitig nicht, dass die einzelnen EU-Länder in einem einzigen Staat aufgehen. Die Umfrage, die telefonisch Anfang November bei jeweils 1000 Bürgern in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien angestellt wurde, zeigt bemerkenswerte Unterschiede in der Beurteilung der so genannten "verstärkten Zusammenarbeit", über die beim EU-Gipfel in Nizza entschieden werden soll. So waren 54 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die Geschwindigkeit beim Aufbau der Europäischen Union der Gesamtheit der Staaten angepasst werden soll, selbst wenn dieser Aufbau dann langsamer vonstatten ginge. Nur ein Drittel befürwortet dagegen die Idee einer "verstärkten Kooperation". Glaube an Souveränität Im Allgemeinen wünschen 42 Prozent der Bürger in den fünf EU-Staaten jedoch, dass die Integration in Europa schneller vorangehen sollte. 52 Prozent wollen dabei die Souveränität ihres eigenen Staates aufrechterhalten. 61 Prozent der Befragten sind schließlich für die Erweiterung der Union. Die IPSOS-Umfrage zur Kooperation war vom französischen Außenministerium in Auftrag gegeben worden.