Belfast - Im nordirischen Belfast ist am Mittwoch wenige Stunden nach einem tödlichen Anschlag auf einen protestantischen Taxifahrer ein 30-jähriger Katholik erschossen worden. Nach Angaben der Polizei wurde außerdem ein 23-jähriger Katholik durch Schüsse verletzt. Bei den Attentätern handelte es sich offenbar um Mitglieder protestantischer Untergrundgruppen. Der in der Nacht zum Mittwoch erschossene 35-jährige Protestant wurde nach Angaben der Polizei möglicherweise das Opfer von Streitigkeiten zwischen rivalisierenden protestantischen Milizen. Bei den bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Protestantenmilizen Ulster Volunteer Force (UVF) und Ulster Defence Association (UDA) wurden seit dem Sommer mindestens sieben Menschen getötet. In einer gemeinsamen Erklärung zusammen mit der protestantischen Untergrundgruppe Kommando der Roten Hand versicherten die beiden Milizen allerdings, der Tod des protestantischen Taxifahrers habe nichts mit ihren Streitigkeiten zu tun. Die Gespräche zur Überwindung ihrer Differenzen seien mittlerweile "weit gediehen". Die Protestantenmilizen kämpfen für einen Verbleib Nordirlands im Vereinigten Königreich und gegen den Friedensprozess in der Region. Im Wettstreit um die Vormachtstellung in den armen protestantischen Wohnvierteln im Norden Belfast und um die Kontrolle über den Drogenhandel und das organisierte Verbrechen wurden sie jedoch zu erbitterten Gegnern. APA)