Nizza - Die gewalttätigen Ausschreitungen während des EU-Gipfeltreffens in den Straßen Nizzas sind vom französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac scharf verurteilt worden. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in der südfranzösischen Stadt bedauerte Chirac, dass die "Randalierer" Polizisten verletzt und Geschäfte zerstört hätten. Die Feuerwehr sei am Zugang zu einem Brand in einer Bank gehindert worden. "Dies läuft den demokratischen Traditionen unserer Länder zuwider", betonte Chirac. Solche Akte seien nicht mit der Menschenwürde und Demokratie in Einklang zu bringen. Der französische Staatspräsident entschuldigte sich auch bei den Einwohnern von Nizza, die monatelang dieses Treffen mit viel Einsatz vorbereitet hätten. Auch EU-Kommissionspräsident Romano Prodi bezeichnete die Gewaltakte vom Donnerstagvormittag bei der gemeinsamen Pressekonferenz als "inakzeptabel". Der französische Ministerpräsident Lionel Jospin verwies darauf, dass nicht alle Demonstranten gewalttätig gewesen seien. Es habe nur einige gewalttätige Gruppen gegeben, die vergeblich versucht hätten, den EU-Gipfel zu unterbrechen. Solche Aktionen entstellten die Ziele der EU, zu denen auch eine "harmonische Globalisierung" der Wirtschaft" gehöre. Jospin verwies darauf, dass die Demonstrationen der rund 60.000 Gewerkschafter am Mittwoch friedlich und demokratisch verlaufen seien. Die internationalen Gewerkschaftsvertreter hätten das "legitime" Anliegen vorgebracht, dass Europa ein offenes Ohr für soziale Angelegenheiten haben sollte. (APA)