West Lafayette - Wissenschaftler der Purdue University und der University of Minnesota haben die dreidimensionale Struktur jenes biologischen Motors gelöst, der das DNA-Verpackungssystem des Virus Bakteriophage phi29 antreibt. Die Details eines der kleinsten Motoren der Natur ermöglichen neue Erkenntnisse darüber, wie Viren ihr genetisches Material packen. Die Studie beschreibt Atom für Atom den Innenteil des winzigen Motors und zeigt wie das genetische Material des Virus bei der Vermehrung in seine äußere Hülle gepackt wird. Der Wissenschaftler Michael Rossmann erklärte, dass diese Studie die ersten Erkenntnisse über einen DNA-Verpackungsmotor liefere. "Es handelt sich um den ersten biologischen Motor, der genetisches Material verlagert." Viren sind einfache aus einer Hülle bestehende Parasiten. Diese Hülle beinhaltet das genetische Material für den Transport von einem Wirt zum anderen. Eine Reproduktion ist nur nach der Infektion einer Wirtszelle möglich. Im Inneren dieser Zelle leitet das Virus in der Folge alle Vorgänge ein, die für seine Verbreitung notwendig sind. Die Aufgabe des biologischen Motor besteht darin, neue Virushüllen mit dem entsprechenden genetischen Material zu füllen. Relativ einfaches System Laut dem Wissenschaftler Dwight Anderson liegt die Bedeutung des so genannten phi29-Motors darin, dass er ein relativ einfaches System zur Erforschung der DNA-Verpackung liefere. "In einem Mikrotröpfchen packt dieser Motor in nur drei Minuten DNA, die 130 Mal länger als die Virushülle ist. Dieses Tröpfchen beinhaltet 50 Milliarden DNA-Moleküle, die alle richtig in eine Proteinhülle verpackt werden." Diese Studie soll Rückschlüsse darauf ermöglichen, wie die DNA bei ähnlichen Viren wie dem Herpesvirus, Windpocken und Gürtelrose gepackt ist. Dieses Wissen soll Grundlage für die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden bilden. (pte)