Colmar - Im Rechtsstreit um ein Gemälde des Malers Gustav Klimt hat die Stadt Straßburg am Freitag eine neue Niederlage erlitten. Das Berufungsgericht von Colmar bestätigte ein erstinstanzliches Urteil, wonach die Stadt das 1959 erworbene Aquarell "Die Erfüllung" den rechtmäßigen Erben zurückgeben muss. Bei ihnen handelt es sich um die Nachkommen des Wiener Antiquars Karl Grünwald, der das Gemälde 1938 nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland nach Straßburg hatte bringen lassen. Eines der wichtigsten Werke Das 1,93 mal 1,2 Meter große Bild gilt als eines der wichtigsten Werke von Klimt. Grünwald hatte das Gemälde kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs gekauft. Nach dem so genannten "Anschluss" Österreichs war das Bild mit einer Reihe anderer Kunstwerke von Grünwald zur Einlagerung nach Straßburg geschickt und dort später von der deutschen Besatzungsmacht beschlagnahmt worden. Nach der Annexion des Elsass durch Nazi-Deutschland 1940 gelangte das Aquarell zunächst bei einer Versteigerung an einen Straßburger Maler. 1959 wurde es schließlich von der Stadt Straßburg für das örtliche Museum für nur 50.000 Franc erworben - was schon damals weit unter dem Marktwerk lag. Nach Auffassung der französischen Justiz prüfte die Stadt damals nicht ausreichend, woher das Gemälde stammte und wer dessen rechtmäßige Besitzer waren. (APA)