Wien - "Wir haben einen Schritt nach vorne getan und besitzen noch Chancen in der WM-Qualifikation". Die Bilanz für 2000 und der Ausblick auf 2001, über die ÖFB-Teamchef Otto Baric am Donnerstag Abend im Rahmen der traditionellen Weihnachtsfeier des "Club der Freunde der Nationalmannschaft" in den VIP-Räumen des Wiener Happel-Stadions plauderte, fallen durchaus positiv aus. "Im zu Ende gehenden Jahr haben wir ein bisschen mehr erreicht als 1999", meinte der Kroate mit einem Blick auf die Tabelle der WM-Gruppe 7, in der Österreich nach dem 1:0 in Liechtenstein und dem 1:1 in Wien gegen Favorit Spanien, gegen den es in der EM-Quali noch zwei Niederlagen (0:9 und 1:3) gesetzt hat, als Tabellendritter mit vier Punkten im Soll liegt. Das und die gute Stimmung in seiner Truppe stimmt Baric maximal zuversichtlich. Er habe im Herbst einen Stamm von 13, 14 Spieler gefunden und rechne auch wieder mit Vastic, Neukirchner, Ibertsberger und Manninger. "Wir werden noch besser und sind dann für unsere Verhältnisse stark", glaubt Baric, der den Gruppen-Sieg als frommen Wunsch, den er auch so verstanden wissen will, an das Christkind richtete. "Aber wir können, wollen und müssen zumindest Zweiter werden und das ist möglich." Das erklärte Ziel, egal wie es auch immer erreicht wird, ist die achte Teilnahme Österreichs an einer WM-Endrunde. "Die Mannschaft kapiert immer mehr, sie gibt alles und mit dieser Stimmung müssen wir weiter forciert arbeiten", meint der Teamchef, der ankündigt, alle restlichen Spiele im Wettlauf um ein Ticket 2002 für Japan und Südkorea auf Sieg, auch auswärts, zu spielen. Schwerer Auftakt Dass es nicht leicht werden würde, sei ihm natürlich bewusst. Die ersten zwei Partien im Frühjahr am 24. März in Bosnien-Herzegowina und vier Tage später in Wien gegen Israel sind da bereits entscheidend und richtungsweisend. Um optimal vorbereitet zu sein, geht es schon vom 25. bis 28. Februar mit einem Trainingscamp los. Am Sonntag und Montag ("Römer"-Verleihung) wird in Wien geübt, am Dienstag nach Rijeka oder Pula übersiedelt. Kroatien hat für das freundschaftliche Länderpsiel am 28. Februar als Gegner nun definitiv zugesagt. Zusätzlich genehmigte die Bundesliga für 29./30. oder 30./31. Jänner sowie für 14./15. Juli zwei Termine für Teamaktivitäten. Zum Termin Ende Jänner will Baric mit seinen Schützlingen ein Testspiel gegen Sturm bestreiten, das auch den Grazern als Vorbereitung auf das dritte Champions League-Match am 14. Februar in Graz gegen Panathinaikos Athen dienen soll. Kontaktaufnahme Baric möchte in dieser Begegnung die Internationalen von Sturm jeweils eine Hälfte im Klub und in seiner Auswahl spielen sehen. Um für diese Termine auch den Großteil der Legionäre zur Verfügung zu haben, wird die Teamführung noch vor Weihnachten mit den betreffenden Vereinen Kontakt aufnehmen. 2001 könnten insgesamt zehn Länderspiele (bis zu acht in der WM-Quali und zwei Testspiele) auf dem Programm stehen, aber die Klubs müssen ihre Akteure nur für sieben Begegnungen abstellen. Bei der Mobilisierung aller Kräfte vergisst Baric auch auf den Nachwuchs nicht. "Die Jugendarbeit ist besser geworden. Akagündüz, Wallner, Lexa oder Berchtold sind interessante Leute", meinte der Kroate, der in diesem Zusammenhang auch Andy Hunt nannte. Der 29-jährige Stürmer in den Reihen des englischen Aufsteigers Charlton Athletic hat eine steirische Großmutter, ist derzeit aber mit einer Viruserkrankung außer Gefecht. "Wir werden mit ihm Kontakt aufnehmen", kündigte Baric an. Spannendes Titelrennen In seinem Resümee gratulierte er dem FC Tirol und vor allem Sturm Graz, die im Europacup etwas Überdurchschnittliches erreicht hätten. In der Bundesliga erwartet Baric ein interessantes Frühjahr, in dem noch "fünf Vereine Titel-Chancen" haben. "Die Tiroler spielen den besten Fußball, haben den Europacup gut verkraftet, obwohl sie eine alte Mannschaft sind." Dass die Rapidler ganz oben stehen, sei ein Wunder, erst durch den Einsatz der zwei Jungen seien sie wieder gut geworden. "Die Austria erwarte ich stabiler und Sturm wird auch wieder stark."