Haguenau - Ein Großbrand in einer französischen Chemiefabrik nahe der deutschen Grenze hat am Freitag Giftgaswarnung ausgelöst. Rund 60 Feuerwehrleute waren am Unglücksort im elsässischen Haguenau mit Speziallöschgerät im Einsatz. Die Bewohner einer nahegelegenen Siedlung wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben und Türen und Fenster zu schließen. Drei Schulen in der näheren Umgebung wurden evakuiert. Ersten Angaben zufolge gab es keine Verletzten. Bis zum Nachmittag konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Explosion Nach Angaben der Feuerwehr hatte sich in der Klebstoff-Fabrik SAPO am Morgen eine Explosion ereignet. Dadurch geriet eine zunächst nicht bekannte Menge des toxischen und leicht entzündlichen Lösungsmittels Toluol in Brand. In der Fabrik waren zu diesem Zeitpunkt rund hundert Mitarbeiter; 30 von ihnen befanden sich in der Lagerhalle für Toluol-Plastikbehälter, wo das Feuer ausbrach. Sie wurden umgehend evakuiert. Die Mauern des Fabrikgebäudes wurden durch die Detonation beschädigt. Aus dem Gebäude ragten noch Stunden später Flammen meterhoch in den Himmel. Eine schwarze Rauchwolke war noch in einer Entfernung von zehn Kilometern zu sehen. Nach Darstellung der französischen Behörden war die Gefahr einer Umweltverseuchung am Nachmittag weitgehend gebannt. Lediglich ein direkter Kontakt mit der giftigen Wolke könne gesundheitsschädigend sein, sagte ein Einsatzleiter der Polizei. Toluol kann bei Einatmen oder direktem Hautkontakt unter anderem Schleimhautreizungen, Nervenschädigungen und Veränderungen des Blutbildes hervorrufen. (APA)