Steyr/Wien - Robert Hartlauer beschwichtigt: "Der Sonntag ist für mich heilig und wird von mir nicht angetastet, auch wenn der Heilige Abend auf einen Sonntag fällt." Diese Aussage wurde am Freitag als offizielles Firmenstatement ausgesandt. Am Donnerstag noch gingen Meldungen durch die Medien, wonach die Fotohandelskette überlege, die gleichzeitige Sonntags- wie Weihnachtsruhe zu durchbrechen. "Ich habe meine Mitarbeiter gefragt, ob sie sich vorstellen können, am 24. Dezember bis zwölf Uhr zu arbeiten. Und sie wollen es eigentlich nicht. Aber sie können sich vorstellen, dafür am 23. länger zu arbeiten", so Hartlauer. Dies sei seine Art der Meinungsforschung gewesen. Beide Überlegungen seien vom Tisch. Allerdings bleibe seine Anweisung aufrecht: Solange ein Kunde im Geschäft sei, werde nicht zugesperrt. "Der Sonntag steht nicht zur Disposition, auch der 24. Dezember nicht", so Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl. Laut Wirtschaftsministerium gelten die "normalen Regelungen bezüglich Sonntagsöffnung". Leise Kirche

Nur mehr leise ist indessen die Kirchenkritik am Einkaufstag am 8. Dezember. Die Katholische Aktion Wien forderte am Freitag, dass der Marienfeiertag wieder einkaufsfrei wird. Der Linzer Bischof Maximilian Aichern warnte die Österreicher, ihre geistigen Wurzeln nicht "kurzfristigen ökonomischen Interessen zu opfern". Christen sollten durch ihr Verhalten ein Beispiel dafür geben, "dass Konsum und wirtschaftlicher Erfolg nicht die höchsten Werte sind und dass wir Solidarität mit den Familien der im Handel Beschäftigten kennen". (APA/szem/DER STANDARD, Printausgabe 9.12.2000)