Die Bertelsmann eCommerce Group (BeCG) hat Spekulationen zurückgewiesen, nach denen die umstrittene Online-Musiktauschbörse Napster binnen zwei Wochen in ein kostenpflichtiges Angebot umgewandelt werden soll. Der Termin stehe noch nicht fest, sagte BeCG-Sprecher Alexander Adler am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. In der Szene deutscher Napster-Nutzer wird spekuliert, dass Musikstücke nur noch ein bis zwei Wochen kostenlos über die Website heruntergeladen werden können. "Das ist nur eines von vielen Gerüchten", sagte Adler. Bertelsmann will Napster in einen Abonnementen-Service umwandeln. Neues Geschäftsmodell Die strategische Allianz zwischen Napster und Bertelsmann sieht vor, dass Napster dieses neue Geschäftsmodell mit einem Kredit der BeCG verwirklichen soll. Anschließend soll die Bertelsmann Music Group (BMG) - eines der weltgrößten Musikunternehmen - Napster ihr Repertoire zur Verfügung stellen und ihre Klage gegen das US-Unternehmen fallen lassen. Mit der Napster-Allianz scherte Bertelsmann aus der Reihe der weltgrößten Musikunternehmen Warner, Sony, EMI und Universal aus, die wie BMG das Online- Unternehmen wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen verklagt hatten. Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff hatte die konkurrierenden Musikunternehmen eingeladen, sich an der Napster-Initiative zu beteiligen. "Die Gespräche laufen gut" BeCG-Chef Andreas Schmidt verhandelt deshalb seit Wochen mit den Konkurrenten über Napster. Ende November hatte er gesagt, er erwarte, dass Gespräche "in Kürze erfolgreich zum Abschluss" gebracht werden können. "Die Gespräche laufen gut", bekräftigte BeCG-Sprecher Adler am Montag. Wann die Verhandlungen abgeschlossen werden könnten, sagte er nicht. Ohne eine Beteiligung der Konkurrenten könnten Branchenkennern zufolge über Napster nur die Musikstücke jener Künstler verkauft werden, die bei BMG unter Vertrag sind. Das könne die Popularität der Website schmälern, weil die Nutzer ein umfassendes Angebot suchten. Napster hat derzeit rund 40 Millionen registrierte Mitglieder, die auf der Website komprimierte Musikdateien bisher noch kostenlos tauschen können. Bertelsmann geht davon aus, dass die meisten Napster-Nutzer bereit sind, für die Musik aus dem Internet auch zu bezahlen. (Reuters)