Bonn - Die fortschreitende Verödung und Austrocknung von Land bedroht nach den Worten des Direktors des UN-Wüstensekretariats, Hama Arba Diallo, weltweit ernsthaft die Existenzgrundlage von rund 1,2 Milliarden Menschen. Das ist ein Fünftel der Weltbevölkerung. Die reicheren Industrieländer müssten ihre Kooperation und auch finanzielle Hilfe verstärken, mahnte Diallo am Montag in Bonn zum Auftakt der UN-Wüstenkonferenz. Die Folgen der Wüstenbildung in Trockenregionen seien steigende Armut, knappe Nahrungsmittel und auch verstärkt Wanderungsbewegungen in andere Kontinente. Es dürfe keine Zeit verloren werden, um gegenzusteuern, betonte Diallo. "Wir müssen die Probleme jetzt angehen." Jedes Jahr koste Nichthandeln im Kampf gegen die Verödung die betroffenen Länder rund 40,2 Milliarden US-Dollar erläuterte Diallo. Dazu komme meist noch ein Rückgang der Entwicklungshilfe. Neben der Klimaänderung sei der Mensch mit nicht umweltgerechtem Verhalten wie Abholzung oder Überweidung für die Probleme mitverantwortlich. Konsequenzen für die Menschen Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor schweren Folgen der Wüstenbildung für die Gesundheit durch Hunger, Mangelernährung, Infektionskrankheiten und Epidemien. Frauen und Kinder seien besonders gefährdet. Die UN-Konferenz mit Vertretern aus 172 Ländern sollte am Montagnachmittag mit Reden von Bundespräsident Johannes Rau und vom Leiter des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer offiziell eröffnet werden. Auf der zweiwöchigen Konferenz geht es um die Strategien zur Bekämpfung der Wüstenbildung (Desertifikation) im Rahmen der UN- Konvention. Diese rechtsverbindliche Übereinkunft geht auf den Erdgipfel von Rio de Janeiro 1992 zurück, trat 1996 in Kraft und wurde bisher von 172 Ländern ratifiziert. (APA/dpa)