Wien - Der Streit zwischen den Kleinaktionären und dem Papierkonzern SCA um einen angemessenen Abfindungspreis für die SCA-Laakirchen-Aktie spitzt sich zu. Ein neues Gutachten des Grazer Universitätsprofessors Gerwald Mandl ergab, dass die Laakirchen-Aktie mehr als 13.000 S wert sei. Die Mehrheit der Aktionäre wurde - als sich die SCA-Laakirchen im Sommer 1998 von der Börse verabschiedete - mit 8.800 S (139,5 Euro) abgefertigt. Bei einem damaligen Börsenkurs von 6.700 S stimmten die meisten Aktionäre dem Abfindungsangebot zu, nur rund 200 Aktionäre wollten mehr. In einem neuen Gutachten kommt nun Mandl zu dem Schluss, dass in den damals von der SCA vorgelegten bisherigen Expertisen dreier renommierter Wirtschaftsprüfer die besonderen Umstände der SCA-Laakirchen in Bezug auf Rechenzinssatz, Risikozuschlag und Finanzierungsstruktur nicht entsprechend berücksichtigt wurden. Die SCA, so Mandl, hat durch den Verkauf des Werkes Ortmann (Feh) die Verbindlichkeiten zur Gänze abgebaut und eine "eiserne Reserve" von rund 2,5 Mrd. S zurückgelegt. Dies begründe eine deutlich höheren Aktienwert von über 13.000 S. IVA überlegt Schadensersatzklage In der jüngsten Verhandlungsrunde des Interessenverbands für Anleger (IVA) Kleinaktionäre mit SCA-Vertretern habe die SCA lediglich zugesagt, dass der Konzern bis Ende Jänner 2001 zu dem neuen Gutachten Stellung nehmen werde. Dies sei, so der IVA, mit weiteren Verzögerungen und zusätzlichen Kosten verbunden. Der IVA überlege sich jedenfalls eine Schadensersatzklage gegen die von der SCA beauftragten Gutachter, da das damalige Abfindungsangebot von 8.800 S auf Basis dieser Gutachten, die schon damals mit diesen erkennbaren Mängeln behaftet waren, erstellt wurde und im guten Glauben von vielen Aktionären angenommen wurden. (APA)