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Die deutschen Ärzte wollen dem Beispiel des australischenn Euthanasie- Experten Dr. Philip Nitschke (Bild) nicht folgen.

Foto: Reuters/Crabtree
Berlin - Die deutschen Ärzte lehnen eine aktive Sterbehilfe nach niederländischem Beispiel ab. Sie kritisierten am Dienstag die dort getroffene Entscheidung scharf. Sollte es eine "Legalisierung der Euthanasie" auch in der Bundesrepublik Deutschland geben, "dann stehen die Ärzte dafür nicht zur Verfügung", sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, in Berlin. "Wir wenden uns mit aller Macht gegen jeden Versuch, Ärzte zu staatlich legitimierten 'Euthanatikern' zu machen." Das niederländische Parlament hatte Ende November beschlossen, Ärzte dürften künftig hoffnungslos kranken Patienten aktive Hilfe beim Sterben gewähren. Das Gesetz ist weltweit einmalig. Es muss noch vom Senat, der ersten Kammer des Parlaments, gebilligt werden. Die Annahme gilt als wahrscheinlich. Niemand aber hat das Recht darauf, getötet zu werden Im Zusammenhang mit diesem Beschluss sagte der deutsche Ärztekammer-Präsident, auch das Euthanasie-Programm der Nationalsozialisten "nahm seinen Anfang in der Diskreditierung des Verbots aktiver Sterbehilfe". Hoppe sagte, Sorge mache ihm, dass nach Umfragen auch in Deutschland ein Einstellungswandel hin zu einer Befürwortung aktiver Sterbehilfe stattgefunden habe. Zwar habe jeder das Recht auf einen würdigen Tod. "Niemand aber hat das Recht darauf, getötet zu werden." Hoppe warnte vor einer "übergroßen Gefahr des Missbrauchs". Kranke könnten entgegen ihrem eigentlichen Willen unter Druck geraten, aktive Sterbehilfe einzufordern. In Deutschland ist die aktive Sterbehilfe, also das Töten auf Verlangen, nach wie vor strafbar. Straffrei bleibt hingegen, wer passive Sterbehilfe leistet, also bei Patienten in "unmittelbarer Todesnähe" auf deren Wunsch etwa die Beatmungs-Maschine abstellt oder die künstliche Ernährung stoppt. Statt der Einführung aktiver Sterbehilfe müsse die Sterbe- Begleitung und damit auch die schmerzlindernde medizinische Versorgung ausgebaut werden, sagte der Ärzte-Präsident. In den Niederlanden drohte Ärzten nach Angaben Hoppes bei aktiver Sterbehilfe schon in der Vergangenheit praktisch keine Strafe. Im vergangenen Jahr seien dort mehr als 2.000 Fälle aktiver Sterbehilfe gemeldet worden, die Dunkelziffer sei noch weit höher. (APA/dpa)