Berlin - Frauen, die sich in den Wechseljahren einer Hormonbehandlung unterziehen, leiden nach einer Studie unter besonders hohem Krebsrisiko. Danach seien allein 1998 rund 8.000 Neuerkrankungen von Brust- und Gebärmutterkrebs auf die Einnahme von Hormonen zurückzuführen gewesen, heißt es in der am Dienstag in Berlin vorgestellten Studie des Bremer Instituts für Präventionsforschung und Sozialmedizin und des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Besonders bei einer Therapiedauer von mehr als fünf Jahren sei die Gefahr von Krebserkrankungen an Brust und Gebärmutter deutlich erhöht, sagte der Direktor des Bremer Instituts Eberhard Greiser. Einzelheiten der Studie waren bereits im August veröffentlicht worden und hatten heftigen Widerspruch bei Frauenärzten und dem Bundesgesundheitsministerium ausgelöst. Die Menge der verordneten östrogenhaltigen Präparate für Frauen ab 40 Jahren habe sich in den vergangenen 15 Jahren mehr als verzehnfacht, erläuterte Greiser. Rund 4,5 Millionen Frauen im Alter zwischen 40 und 79 Jahren nehmen der Studie zufolge derzeit Hormonpräparate ein. Zwei Drittel der befragten 2.600 Patientinnen, die sich für eine Hormonbehandlung entschieden, gaben an, dass sie über die Risiken der Therapie wie Brustkrebs, Gebärmutterschleimhautkrebs und Thrombose bei ihrem Facharzt nicht aufgeklärt wurden. Zu einer fairen Behandlung gehöre aber, dass Frauen umfassend über nicht-medikamentöse Möglichkeiten der Prävention aufgeklärt werden, sagte Norbert Schmacke vom AOK-Bundesverband in Berlin.(APA/dpa)