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Jena - Kinderlose Paare sind nicht unglücklicher als Paare mit Kindern. Mit diesem Vorurteil räumten PsychologInnen der Universitäten Jena und Freiburg in einer gemeinsamen Studie auf, die am Donnerstag in Jena vorgestellt wurde. Danach sind Kinderlose nicht kränker oder gesünder, haben nicht mehr psychosomatische Störungen, depressive Verstimmungen oder andere Erkrankungen als andere Paare. Den entscheidenden Schritt für ein zufriedenes Leben ohne Kinder sehen die ExpertInnen in der Entwicklung alternativer Lebenskonzepte. So schaffen sich manche Paare einen "symbolischen Ersatz" und pflegen beispielsweise gemeinsame Hobbys. Diese Strategie wappnet demnach gegen mögliche depressive Verstimmungen, etwa wenn mit Rentenbeginn eine neue Lebensphase beginnt. Am besten kommen laut Studie bei der Bewältigung von Kinderlosigkeit jene Menschen zurecht, die sich entweder bewusst gegen Nachwuchs entschieden haben oder Kinderlosigkeit aufgrund von Fruchtbarkeitsstörungen als Schicksal akzeptieren. Negativ wirken sich den ExpertInnen zufolge tief verwurzelte soziale Stereotype aus, also bei Männern, wenn sie sich einen Stammhalter wünschen, oder bei Frauen, die den Kindersegen als definitiven Bestandteil ihrer Geschlechterrolle ansehen würden. (APA)