Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) zeigt sich über die jüngste leichte Erholung des Euro wenig überrascht. Die Entwicklung liege genau auf der Linie, die von der Notenbank prognostiziert worden sei, betonte EZB-Präsident Wim Duisenberg am Donnerstag in Frankfurt. Inflations-Entwarnung kann die EZB derzeit jedoch noch nicht geben. Die EZB ließ am Donnerstag die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert. Auch das Geldmengenziel für 2001 bleibt unverändert bei 4,5 Prozent. Zuletzt hatte die EZB-Spitze die Leitzinsen Anfang Oktober angehoben. Der wichtigste Zins zur Beschaffung von Zentralbankgeld im Euroland liegt seither bei 4,75 Prozent. Trendwende Die Währungshüter seien immer vom starken Potenzial der Gemeinschaftswährung überzeugt gewesen. Daher bewahrheiteten sich nun die schon vor Monaten geäußerten Erwartungen. EZB-Präsident Wim Duisenberg sieht für den Euro eine Trendwende zum Besseren. Die Gemeinschaftswährung "scheint eine Wendemarke genommen zu haben", sagte Duisenberg. Duisenberg sagte weiter, die Sorgen der EZB um den Euro seien verschwunden. Nach und nach werde auch der durch die hohen Ölpreise entstandene Preisdruck nachgeben. "Selbst wenn in den USA die Leitzinssätze gesenkt würden, bleibt die Entwicklung der Unternehmensgewinne unsicher", sagte ein Händler von der Daiwa Bank in Japan. Aktienkurse in den USA hatten am Donnerstag nachgegeben, nachdem Unternehmen ihre Gewinnprognosen nach unten revidieren hatten. Keine nennenswerten Konjunkturrisiken Die EZB sieht weiterhin keine nennenswerten Risiken für die Konjunktur in Euroland. Zwar steuere die Weltwirtschaft zurzeit in eine eher unsichere Phase, sagte EZB-Präsident Duisenberg. Die Wachstumsdynamik in Europa dürfte sich aber allenfalls etwas abschwächen. Unter dem Strich zeigten die Risiken für die Geldwertstabilität immer noch nach oben, sagte Duisenberg. Daher werde die EZB die Entwicklung weiterhin sorgfältig beobachten, um rechtzeitig gegensteuern zu können. (APA)