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Krems/Wien - Der zuletzt arg gebeutelte Autozulieferer Eybl International ist auf der Suche nach einem Finanzpartner, der Geld für die weitere Expansion vorstrecken soll. "Eine Kapitalerhöhung ist beim derzeitigen Börsenkurs nicht denkbar", sagte Eybl- Vorstandsvorsitzender Rudolf Pauli dem Standard. "Wir brauchen das Geld für Akquisitionen." Eine Übernahme sei bereits fixiert, sagte Pauli. Mit 1. Jänner 2001 übernimmt Eybl das auf Sitzbezüge spezialisierte brasilianische Unternehmen Revest Car. Das Werk mit Sitz in S˜ao Paulo beschäftigt 120 Mitarbeiter und setzt knapp 90 Mio. S (rund 6,5 Mio. €) um. "An zwei Unternehmen dicht dran" In Europa sei man an zwei Unternehmen dicht dran, an einem kleinen und einem größeren, wie Pauli sagte. Der Kauf könnte bis Ende März finalisiert werden. Beide Unternehmen zusammen würden den Umsatz der Eybl- Gruppe mit einem Schlag um bis zu 600 Mio. S erhöhen. Die Entscheidung, ob man erneut an die Börse gehen oder einen Kapitalpartner einbinden werde, soll im ersten Halbjahr 2001 fallen. "An die Börse gehen wir nur, wenn der Aktienkurs zumindest den Emissionskurs erreicht hat", sagte Pauli. In den vergangenen Tagen notierte das an der Brüsseler Wachstumsbörse Easdaq gelistete Eybl-Papier mit 22,75 €, der Emissionskurs bei Börseneinführung hatte 42,15 € betragen. Nach der guten Ergebnisentwicklung in den vergangenen Wochen zeigte sich Pauli zuversichtlich, dass die Krise überwunden ist und dass es mit dem Unternehmen wieder aufwärts geht. Die Mitte November präsentierte Hochrechnung, wonach man heuer ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 3,7 Mio. € nach 15,02 Mio. € im Vorjahr erreichen werde, sei stimmig. 2001 soll das EGT auf elf Mio. € klettern und der Umsatz um 15 Prozent auf 435 Mio. € steigen. Aus für Strickvelours Als Reaktion auf den Ergebniseinbruch im heurigen Jahr hat Eybl, wie berichtet, den Ausstieg aus der defizitären Modestoffsparte beschlossen. Da sich Verkaufsgespräche nun endgültig zerschlagen hätten, werde man die Produktion von Strickvelours bereits Mitte Jänner 2001 und damit früher als geplant auslaufen lassen. Davon betroffen sind am Standort Krems 25 Mitarbeiter, die man großteils in anderen Bereichen unterzubringen hofft. Als Grund für die Schwierigkeiten führte Pauli den Importdruck aus Fernost an. (Günther Strobl, D ER S TANDARD , Print-Ausgabe, 15. 12 . 2000)