Harare - In einer dramatischen Rede hat Simbabwes Präsident Robert Mugabe zur Jagd auf Weiße aufgerufen. "Unsere Partei muss dem Herz des weißen Mannes weiterhin Angst einflößen - denn er ist unser wirklicher Feind", sagte Mugabe am Donnerstag auf dem Kongress seiner regierenden Partei ZANU-PF. "Der weiße Mann ist kein Eingeborener Afrikas", sagte Mugabe. "Wir rufen alle Schwarzen auf, zusammenzustehen und die Weißen zu isolieren. Afrika den Afrikanern. Simbabwe den Simbabwern." Entgegen den Erwartungen parteiinterner Kritiker hat Simbabwes Präsident Robert Mugabe offenbar seine Kontrolle über die Regierungspartei ZANU-PF gefestigt. Der staatliche Rundfunk Simbabwes berichtete am Freitag, die 6.600 Delegierten eines Parteitages in der Hauptstadt Harare unterstützten die Parteiführung von Mugabe "einmütig", bis er den Konflikt um die Landverteilung gelöst habe. Demokratische Parteireformen Der Kongress war einberufen worden, um über demokratische Parteireformen und eine Wahl des Politbüros zu beraten. Mugabe ernannte dennoch eigenmächtig das neue Politbüro, das er von 20 auf 30 Mitglieder erweiterte. Ihm gehören weiter fast alle Parteiführer an, die Mugabe seit Jahrzehnten treu ergeben sind. Seitdem Mugabe damit begann, weiße Farmer von ihren Gütern zu vertreiben, geht es mit der Wirtschaft Simbabwes bergab. Das Land ist international isoliert. Im Juni hatte Mugabes Partei ZANU-PF bei umstrittenen Wahlen nur knapp ihre Mehrheit im Parlament verteidigen können. Mugabes Regierung will etwa zwei Drittel der 3.000 Farmen von Weißen ohne angemessene Entschädigung enteignen und dort landlose schwarze Bauern ansiedeln. Seit April dieses Jahres sind sieben weiße Farmer bei Überfällen von Mugabe-Anhängern ermordet worden. (APA/dpa)