Washington/San Francisco - Die US-Kampagnen gegen das Rauchen haben in den vergangenen Jahren offenbar hunderttausenden Menschen das Leben gerettet. Allein im Bundesstaat Kalifornien sicherten sie von 1989 bis 1997 rund 33.000 Personen das Überleben, die sonst an Herzkrankheiten gestorben wären. Das geht aus einer neuen Berechnung von amerikanischen Sozialmedizinern hervor. Je schärfer die Maßnahmen sind, desto besser ist offenbar der Effekt. Die Analyse wurde in der neuesten Ausgabe der US-Fachzeitschrift "The New England Journal of Medicine" (14. Dezember) veröffentlicht. 1988 hatten die Wähler des Bundesstaates ihre Zustimmung zu einem rigorosen Anti-Tabak-Programm gegeben. Die Steuer auf Zigaretten wurde um 25 Prozent erhöht, fünf Prozent gingen an eine Informationskampagne. Gleichzeitig traten rigorose Rauch-Beschränkungen in Innenräumen in Kraft. Ergebnis Das Resultat laut Dr. Stanton A. Glantz und seinen Kollegen von der Universität von Kalifornien: Die Rate der Raucher ging in den darauffolgenden Jahren alle zwölf Monate um bis zu ein Prozent pro Jahr zurück. Die Reduktion beim Tabakkonsum war in den Kalifornien auch größer als im sonstigen US-Durchschnitt. Allerdings, 1992 wurden die Anti-Tabak-Maßnahmen in Kalifornien wieder etwas gelockert. Im Vergleich zu den sonst zu erwartenden Todesraten zeigte sich in der Analyse der Wissenschafter, wie stark sich Kampagnen gegen den Zigarettenkonsum auf die Todesraten auswirkten: In Kalifornien allein starben zwischen 1989 bis 1997 um 33.000 Menschen weniger an Herzkrankheiten als es zu erwarten gewesen wäre. Die Verlangsamung der Abnahme der Todesfälle nach der Milderung der Maßnahmen in Kalifornien brachte allerdings um 8.300 Sterbefälle mehr als man bei Beibehaltung der striktesten Regulierungen erreicht hätte. (APA)