Leoben - Zu zwölf Jahren Haft wegen versuchten Mordes ist am Donnerstag ein 25-jähriger Südsteirer verurteilt worden. Der Mann hatte vor dem Formel-1 Rennen in Spielberg im Juli dieses Jahres eine ungarische Prostituierte mit einem Hammer beinahe erschlagen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Frau überlebte schwer verletzt, trug aber am Kopf Dauerschäden davon. Vor einem Geschworenengericht in Leoben erklärte der 25-jährige, er habe sein Opfer nicht töten wollen. Es sei eine ihm "völlig wesensfremde Handlung" gewesen. Er wollte nicht bezahlen und schlug zu Die beiden haben sich in einem Nachtlokal kennengelernt. Anschließend ging er mit der jungen Frau in das Dachzimmer eines aufgelassenen Bauernhauses. Nach dem Schäferstündchen wollte er allerdings die von ihr geforderten 2.000 Schilling nicht zahlen. Als die Frau nachdrücklich darauf beharrte, schlug er ihr mit einem Schmiedehammer zwölf Mal auf den Kopf. Er ließ die blutende und wimmernde Prostituierte am Boden liegen, versperrte die Türe von außen und ging weg, um sich das Autorennen anzuschauen. Er wollte sie nicht töten "Ich wollte sie nicht töten, ich wollte nur, dass sie mich in Ruhe lässt", erklärte er vor Gericht. "Dazu sind zwölf Schläge notwendig?", fragte der Richter. "Ich kann mir mein Verhalten selbst nicht erklären", so der Südsteirer, der noch am Tag der Tat verhaftet worden war. Die Tat war kein Alkoholrausch Hinweise von anderen Prostituierten, die sich an das Auto des Mannes erinnerten, hatten zur raschen Ergreifung beigetragen. Dass er die Tat im Alkoholrausch begangen hatte, wollte ihm das Gericht nicht so recht glauben: "Wenn man volltrunken ist, kann man nicht so logisch denken und handeln", so der Richter. Kopfschmerzen werden ein Leben lang bleiben Das Opfer selbst kann sich an die Tat nicht mehr erinnern: "Es ist wie ein Filmriss, ich habe nur mehr ein paar Bilder in meinem Kopf" erzählt die junge Frau. Sie leidet noch immer an den Folgen des Überfalls. Geschmacks- und Geruchssinn sind tot, auch die Kopfschmerzen werden nach Angaben der Ärzte möglicherweise ein Leben lang bleiben. Dazu kommt noch die Geldnot, da die 32-Jährige nicht versichert ist. Von den geforderten 100.000 Schilling Schmerzensgeld hatte sie im Gerichtssaal zumindest 30.000 gleich bar auf die Hand bekommen. Zwölf Jahre Haft Karl B. wurde vom Geschworenensenat einstimmig für schuldig befunden und zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Er erbat sich drei Tage Bedenkzeit. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. (APA)