Wien - Georg Zanger, der als Anwalt des Roda Roda-Erben Martin Becher die Herausgabe der Nachlassmaterialien aus der Nationalbibliothek betrieben hatte, kündigte bei einem Pressegespräch am Freitag in Wien die Gründung eines "Vereins zum Schutz der durch das Dritte Reich in Österreich in ihrem Eigentum geschädigten Personen" an. Auch Ansprüche der bis dato nicht Berücksichtigten sollen geltend gemacht werden Über diesen Verein sollen auch die Ansprüche derer, die bei den Verhandlungen über Vermögensentschädigungen zwischen Österreich und den USA nicht berücksichtigt wurden, vertreten werden; Ansprüche der Roma, Sinti, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und körperlich und/oder geistig behinderter Personen, die als "minderwertig" verfolgt und systematisch vernichtet wurden. Der in Gründung befindliche gemeinnützige Verein werde nötigenfalls auch mittels einer sogenannten "Sammelklage" aus den USA die Ansprüche geltend machen, erklärte Zanger. Gegenüber der Republik Österreich und "gegenüber Unternehmen als Privatpersonen, die im Besitz entzogener Liegenschaften und anderer Gegenstände wie Kunstwerke sind". Auch Urheberrechte sollen geltend gemacht werden Geltend gemacht werden soll aber auch die aus den Urheberrecht entstehenden Ansprüche. Bis heute werden Filme, Texte und Kompositionen von Holocaust-Opfern ohne deren Nennung als Urheber verwertet. Tantiemen für deren Werke werden wohl gezahlt, doch fließen diese nicht den berechtigten - und oft auch bekannten - Erben zu, sondern werden von Verwertungsgesellschaften vereinnahmt, erklärt der Anwalt. Zwei Dutzend Filmproduktionstesellschaften wurden unter dem NS-Regime liquidiert, deren Inhaber oder Geschäftsführer umgebracht. Die von diesen Gesellschaften produzierten Filme würden immer noch im Fernsehen gesendet und auf Video vertrieben. Deren Erben aber gingen leer aus. (APA)