Wien - Rechtzeitig zum "Internationalen Solidaritätstag mit Migrantinnen" am 18. Dezember ist die bereits vierte Ausgabe der Bunten Zeitung erschienen. Am kommenden Montag ist das von Asylantinnen und Flüchtlingen auf Deutsch publizierte "Medium für Würde, Gerechtigkeit und Demokratie" wieder im Straßenverkauf erhältlich. Dabei werden Flüchtlinge aus einem Caritas-Heim und erstmals auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die von der MA 11 betreut werden, die Bunte Zeitung in Wien und Wiener Neustadt verkaufen. "Für Menschen, die in Österreich auf ihren Asylbescheid warten, soll eine Arbeitsmöglichkeit geschaffen werden", erklärt die koordinierende Redakteurin Kerstin Kellermann den Hintergrund des zu Beginn des Jahres gestarteten Projektes. Die Hälfte des Verkaufspreises (30 Schilling) geht an die Verkäuferinnen. Politische Mündigkeit Darüber hinaus soll die Zeitschrift Zeugnis von der politischen Mündigkeit der Migrantinnen, Asylantinnen und Flüchtlinge geben. Heft Nummer vier steht unter dem Titel "Wer hat Angst vor Europa?" und versammelt Beiträge von 27 Migrantinnen aus Afrika, Lateinamerika, Asien und vor allem Osteuropa zum Thema "Südosterweiterung der Europäischen Union". Zur Situation in Slowenien, Rumänien und Polen gibt es Berichte direkt aus den Ländern, dazu bietet das Heft unter anderem Analysen, einen Kommentar von Caspar Einem sowie Interviews mit Erhard Busek und Gertrude Brinek. (tapa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16./17.12.2000)