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Hans von Sponeck

Foto: Reuters/Kheiber
Genf - Der frühere UNO-Hilfskoordinator im Irak, Hans von Sponeck, hat die neue US-Regierung aufgefordert, bei der Santionspolitik gegen den Irak einen neuen Kurs einzuschlagen. Der deutsche Diplomat war im Frühling 2000 aus Protest zurückgetreten. Eine harte Haltung der neuen US-Regierung bei den Sanktionen gegen den Irak könne zu einer neuen konfliktreichen Situation führen, sagte von Sponeck am Montag in Genf. Der designierte US-Aussenminister Colin Powell hatte am Wochenende in Washington dafür plädiert, das Embargo gegen den Irak noch härter durchzusetzen. "Ich ermutige die Leute, die Sanktionen zu durchbrechen", betonte von Spoenck, der sein Amt in Bagdad aus Protest gegen die Embargopolitik niedergelegt hatte. Die bisherige Sanktionspolitik gegenüber dem Irak sei fehlgeschlagen. "Lasst uns nicht die gleichen Fehler wiederholen", betonte von Sponeck. Auch die neue US-Regierung könne nicht verhindern, dass die Sanktionen gegen den Irak weiter aufgeweicht würden. Von Sponeck hatte bei seinem Rücktritt kritisiert, dass das Embargo vor allem die Jugend treffe und zu einer "humanitären Tragödie" führe. Das UNO-Programm "Öl gegen Lebensmittel" erlaubt dem Irak den Export bestimmter Mengen Öl, um vom Erlös lebenswichtige Medikamente und Nahrung für die Bevölkerung zu kaufen. Gegen den Irak sind seit 1990 im Zusammenhang mit dem Einmarsch in Kuwait internationale Sanktionen verhängt. (APA/sda)