Bild nicht mehr verfügbar.

Mira Markovic

Foto: APA/EPA/Suki
Wien - Als "Gestapo der modernen Zeit" hat Mira Markovic, die Ehefrau des gestürzten jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic, das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag bezeichnet. Die Gefängnisse des Gerichts seien "Konzentrationslager der modernen Zeit", erklärte die Chefideologin der neokommunistischen JUL-Partei in einem Interview mit der Tageszeitung "Kurier" (Dienstag-Ausgabe). Ihren Mann sieht sie als Helden, der von jenen dämonisiert werde, die "Interessen am Balkan" hätten. Sie und ihre Familie fühlten sich nach den Ereignissen von 5. Otober "gut", erklärte Markovic. "Die Macht ist nicht wichtig in unserem Leben. Wir waren sehr glücklich, als er (Milosevic) Bankdirektor war", betonte die Frau des als Kriegsverbrecher angeklagten ehemaligen jugoslawischen Machthabers. Über den Verbleib ihres Sohnes und ihrer Tochter, die zwielichtiger Machenschaften beschuldigt werden, wollte sie keine Auskunft geben. "Ich bin sehr stolz auf meine Kinder. Sie sind sehr mutig und haben sehr stark entwickelte patriotische Gefühle", betonte die Soziologieprofessorin. "Spezialkrieg mittels Presse" Alles, was in der Presse über ihre Familie geschrieben werde, sei "absolut unrichtig". "Auch die Millionen, die wir natürlich nicht haben, und alle anderen Vorwürfe sind Unterstellungen der politischen Gegner. Auf dieselbe unrichtige Weise wurde auch über den Krieg im ehemaligen Jugoslawien geschrieben", sagte Markovic. Urheber dieses "Spezialkrieges mittels Presse" seien "konservativen Kreise im Westen...oder diejenigen, die ein Interesse haben, dieses Territorium zu okkupieren". Der jugoslawische Staat und seine Führer hätten ein Jahrzehnt Widerstand geleistet "gegen diese moderne Art der Kolonialisierung" und seien deswegen dämonisiert worden. Ihre Partei, die JUL, sei "die einzige jugoslawische Partei und eine überzeugte Vertreterin des Jugoslawentums." Die JUL glaube, "dass die absolut einzige Chance für uns alle hier auf dem Balkan eine Gemeinschaft der Balkanvölker ist". Ihren Mann verteidigte sie zugleich gegen den Vorwurf des Nationalismus. "Es ist nicht korrekt, dass mein Mann in der ganzen Welt als Nationalist betrachtet wird. In einem großen Teil der Welt ist man der Meinung, dass er ein Held ist", so Markovic. (APA)