Mühlhausen - Wegen des Missbrauchs eines kleinen Patienten ist ein Kinderarzt in Deutschland zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Außerdem erhielt der Mediziner am Montag ein Berufsverbot als Kinderarzt. Das Landgericht in Mühlhausen im Bundesland Thüringen sah es als erwiesen an, dass der 37-Jährige den achtjährigen Buben aus der Region Leipzig sexuell schwer missbraucht hatte. Der Mediziner hatte in einer Rehabilitationsklinik in Sülzhayn bei Nordhausen gearbeitet. Er hatte den stummen Buben, den er in der Klinik nach einem Unfall betreute, in seiner Privatwohnung betäubt, mehrfach missbraucht und die Misshandlung mit einer Videokamera festgehalten. Reue Das Berufsverbot beschränkt sich nach Angaben des Richters auf eine Tätigkeit als Kinderarzt. Ein Gutachter hatte dem Mann Persönlichkeitsstörungen bescheinigt. Er wurde aber für schuldfähig erklärt. Vor dem Landgericht hatte der Arzt die Tat gestanden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von sieben Jahren sowie ein fünfjähriges Berufsverbot verlangt. Der Verteidiger beantragte eine vierjährige Strafe für seinen geständigen und reuevollen Mandanten. Der Arzt sagte vor Gericht, er habe für den missbrauchten Buben mit Hilfe der evangelischen Kirche eine Stiftung eingerichtet. Als die Polizei die Wohnung des Angeklagten durchsucht hatte, fand sie dort 69 CD-Rom und 67 Videobänder mit pornografischen Szenen mit Kindern und Erwachsenen. (APA/dpa)