Der frühere Chefredakteur der APA-Austria Presse Agentur, Josef A. Nowak, feiert am Mittwoch seinen 60. Geburtstag. Nowak leistete in den zehn Jahren seiner Tätigkeit an der Spitze der Redaktion von 1987 bis März 1997 einen entscheidenden Beitrag zur Hebung der journalistischen Qualität der Agentur. Er verstand sich als Garant der im APA-Statut verankerten Unabhängigkeit und Ausgewogenheit und hat dieses Anliegen mit der ihm eigenen Konsequenz und Härte vertreten. Unter seiner Führung vollzog die APA-Redaktion endgültig die Abkehr vom "Verlautbarungsjournalismus". Aufbau eines Büros in Brüssel In der Ära Nowak wurde der Umfang der APA-Berichterstattung nahezu verdoppelt. Besonders ausgeweitet wurde die Berichterstattung in den Bereichen Wirtschaft sowie Wissenschaft und Bildung. Mit dem Aufbau eines Büros in Brüssel stieg die APA rechtzeitig in das EU-Thema ein. 1989 wurde APA-Bild in den Basisdienst integriert, zwei Jahre später folgte die Grafik. In der Branche liebevoll nur als "Andi Nowak" bekannt, war Josef Nowak schon vor seinem Wechsel zur APA ein profilierter innenpolitischer Journalist, zuletzt als Wien-Korrespondent der "Tiroler Tageszeitung". Einer breiten Öffentlichkeit wurde er als bohrender Fragesteller im Pressefoyer nach dem Ministerrat bekannt, eine Rolle, der er in zahlreichen Auftritten in der TV-"Pressestunde" treu blieb. Im Mai 1996 erlitt Nowak während eines Arbeitsbesuches in Washington einen Schlaganfall, Ende März 1997 schied er aus der APA aus. Knapp ein Jahr später übernahm Nowak auf Wunsch von Thomas Klestil ehrenamtlich die Funktion eines Pressesprechers im "Wahlbüro Dr. Klestil". Er sah darin einen Beitrag zur Wiederwahl eines über den Parteien stehenden Staatsoberhauptes. Von Mai 1997 bis Februar 1999 verfasste der frühere APA-Chefredakteur in der Tageszeitung "Die Presse" in der Kolumne "Quergeschrieben" eine Reihe von scharfzüngigen Gastkommentaren. (APA)