Wien - Der Sprecher der oberösterreichischen Plattform gegen Atomgefahr, Josef Pühringer, und Taxi Orange-Teilnehmerin Andrea Konrad übergaben Dienstagvormittag dem tschechischen Konsul einen Forderungskatalog zur Sicherheits- und Umweltverträglichkeitsüberprüfung des AKW Temelin. Neben dem Betriebsstopp des tschechischen AKW fordern die Umweltaktivisten die Festlegung eines verbindlichen Zeitplanes für die Überprüfung Temelins sowie die Einbindung von Nicht-Regierungsorganisationen. Pühringer unterstrich nach dem Treffen in den Räumen der tschechischen Botschaft in Wien die gute Gesprächsbasis mit dem tschechischen Konsul. Die Grenzblockaden seien notwendig gewesen, um eine Sicherheits- und Umweltverträglichkeitsüberprüfung zu erwirken. Bisher sei von der Umsetzung der in Melk getroffenen Vereinbarung jedoch wenig zu sehen, kritisierte der Umweltaktivist. "Stoppt Temelin - für unsere Kinder", appellierte Andrea an die Öffentlichkeit. Nicht nur Temelin wirke auf sie gefährlich. Vielmehr müssten Kernkraftwerke weltweit geschlossen werden, da es heute genügend andere Energieformen gebe. Für den Sprecher der niederösterreichischen Plattform gegen Atomgefahr, Gottfried Brandtner, ist die in Melk getroffene Vereinbarung nur ein erster Schritt: "Jetzt muss der schwammige Begriff Umweltverträglichkeitsprüfung erst mit Leben gefüllt werden". Während die Forderungen in der von 12 Polizisten bewachten Botschaft übergeben wurden, fuhren die Temelin-Gegner in einem Konvoi von 50 bis 70 Autos hupend über die Mariahilferstraße zum Parlament und demonstrierten für eine atomkraftfreie Zukunft. "Mit dem Hupkonzert wollen wir die Politiker aufwecken", sagte die Pressesprecherin von Global 2000, Andrea Pankovits. Auch die Wiener sollten aufgeweckt werden, da sie sich als einzige von Temelin nicht betroffen fühlen, meinte eine Aktivistin. Vor dem Parlament wurde ein Mahnmal in Form eines Schrottreaktors aufgestellt. Danach setzte sich der Konvoi in Richtung Ballhausplatz in Bewegung. Im Bundeskanzleramt wurde der Forderungskatalog von zwei Aktivisten in Schutzanzügen und Gasmasken übergeben. (APA)