Choatalun/Guatemala - Anthropologen haben auf dem Gelände eines ehemaligen Stützpunkts der guatemaltekischen Streitkräfte ein Massengrab entdeckt. Wie der Präsident der Forensischen Anthropologie-Stiftung Guatemalas, Freddy Peccerelli, am Dienstag mitteilte, wurden 13 Skelette frei gelegt. Einigen Opfern seien die Augen verbunden und Stricke um Hände oder Hals gebunden worden. "Wir sind sicher, dass da noch mehr sind. 3.000 Maya-Indios vermißt Nach Angaben von Zeugen ist das eines der Löcher, in dem die Armee ihre Opfer vergraben hat", sagte Peccerelli. Das Massengrab wurde auf ehemaligen Gebiet des Stützpunktes Choatalun in der Provinz Chimaltenango 65 Kilometer westlich von Guatemala-Stadt gefunden. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen wurden in dem Gebiet 1982 rund 5.000 Maya-Indios zusammengetrieben, weil sie linksgerichtete Guerilleros unterstützt haben sollen. 3.000 von ihnen sollen umgebracht und ihre Leichen an verschiedenen Stellen vergraben worden sein. Der Bürgerkrieg in Guatemala wurde 1996 nach 36 Jahren beendet. Mehr als 200.000 Menschen wurden getötet. Nach Berichten von Menschenrechtsgruppen verübten die Streitkräfte die weitaus größte Zahl von Menschenrechtsverletzungen in dem Konflikt. (APA/AP)